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thümer eines Hauses ist, als auch die Person, welche,
wenn sie zur Miethe wohnt, die Miethe zahlt,, sei es für
das ganze Haus oder nur für einen Theil desselben.
8. Es ist wünschenswerth, dass die einzuziehenden Nach
richten in 2 Kategorien geschieden werden. Die erste
soll alles Das über die einzelnen Bewohner umfassen, was
zu wissen in jedem Staate unerlässlich ist, die zweite
dagegen Dasjenige, was ausserdem noch wünschenswerth
ist, in Erfahrung zu bringen.
9. Als unerlässliche Gegenstände der Forschung sind zu be
trachten :
a. Der Name;
b. das Geschlecht;
c. das Alter (entweder durch Angabe desselben in Jah
ren oder des Geburtstages und Jahres);
d. der Verwandtschaftsgrad zum Familienhaupt; (durch
Angabe, ob die Person: Vater, Mutter, Sohn, Toch
ter etc. ist)
e. Familienstand;
f. Beruf oder Beschäftigung;
g. Geburtsort; (bei den fremden nicht naturalisirten
Bewohnern des Staats die Angabe des Heimaths-
landes.)
h. Körperliche Beschaffenheit (ob blind oder taubstumm).
Hiergegen werden nicht als unerlässlich, doch aber als
im höchsten Grade erwünscht, die Nachrichten folgender
Art bezeichnet:
i. Sprache, die gesprochen wird (also Nationalität);
k. Glaubensbekenntniss ;
]. Art des Aufenthalts, ob dauernd oder vorübergehend ;
m. von Kindern, ob sie den Unterricht in der Schule
oder im Hause empfangen;
n. Geistesbeschaffenheit (ob irrsinnig oder blödsinnig).
10. Es ist wünschenswerth, dass in allen Ländern Ortscivil-
standsregister (Einwohnerlisten) eingeführt und fortwäh
rend auf dem Laufenden erhalten werden.
11. Ueber die Gebäude sind folgende Nachrichten einzuziehen:
a. Ob sie bewohnt, unbewohnt, oder im Bau be
griffen sind.
b. Von den bewohnten Gebäuden überhaupt ist anzu
geben: Die Zahl der Stockwerke, Wohnzimmer und
Fenster. Ferner der Zweck und Benutzung der Ge
bäude, von wie viel Familien sie bewohnt sind.
c. Von den unbewohnten Gebäuden ist der Grund, wes
halb sie unbewohnt sind, anzugeben.
d. Von allen andern Gebäuden ist gleichfalls die Art
der Benutzung anzugeben.
12. Es ist überall genau zu definiren, was als Gebäude an
gesehen werden soll oder nicht.
13. Es ist unnöthig, in den Tabellen die Orte, die weniger
als 2000 Einwohner haben, unter den Städten aufzuführen.
14. Wo ausser den oben genannten Nachrichten über die
Bewohner und die Gebäude noch andere zur vollkom
menen Erkenntniss der wirtschaftlichen und socialen Zu
stände beitragende, gelegentlich der Volkszählung und
ohne wesentliche Vermehrung der Kosten derselben er
hoben werden können, da ist es höchst wünschenswerth,
dass dies geschehe.
Nachdem im Obigen das notwendig in’s Auge zu fassende
Ziel der preussischen Bevölkerungsstatistik bezeichnet und die
Wege angegeben worden sind, auf welchen es erreicht werden
kann, ist jetzt ein Entschluss zu fassen. Wie könnte er anders
lauten, als dass die amtliche Statistik Preussens ohne Verzug
dazu schreite, seine Volkszählungen und Volksbeschreibungen
so zu gestalten, dass sie den Vergleich mit keinem Werke
ähnlicher Art zu scheuen brauchen ? Eingedenk des Spruches,
dass wer den Zweck will, auch die Mittel wollen muss, heisst
Das also mit andern Worten:
In Rücksicht auf die bestehenden Verhältnisse und die
Mittel des Landes sind Haushaltungs-, Haus- und Ortslisten
für die Zählung zu verwenden und haben diese Listen die
Fragen zu enthalten, durch deren pünktliche und richtige Beant
wortung der physische, sittliche, geistige, sociale und ökono
mische Zustand der gesammten preussischen Bevölkerung aufs
Genaueste in Erfahrung gebracht werden kann.
Es wurde schon bei Beschreibung der Methoden im Allge
meinen angegeben, welchen Inhalts die bei Anwendung der
selben erforderlichen Listen in der Hauptsache sein müssen.
Um jedoch über die Fassung der letzteren keinen Zweifel
bestehen zu lassen, ist es am Besten, nicht blos den Wort
laut selbst, sondern auch die ganze Einrichtung der Listen der
Beurtheilung zu unterwerfen. Das ist hierdurch geschehen.
'Beilage II. enthält sub A., B. und C. die Entwürfe zu den
Formularen der Orts-, Haus- und Haushaltungslisten. Jeder
der Listen sind die nötkigen Erläuterungen und Vorschriften
zur Benutzung eben so beigedruckt, wie es auf den wirklichen
Listen zu geschehen hat. Wie bei der Austheilung, Ausfüllung
und Wiedereinsammlung dieser Listen fh Werke gegangen
werden soll, wird alsbald zu besprechen sein. Jetzt möge vor
Allem ein Blick auf die Resultate geworfen werden, welche
auf dem empfohlenen Wege zu gewinnen sind.
III. Der statistische und staatswirthschaftllche Gewinn
bei der vorgeschlagenen Zählungsmethode.
Die in vorliegender Schrift enthaltenen Vorschläge zur
Abänderung einzelner Gebräuche im bisherigen Zählungsver
fahren, ja auch die Annahme einer systematisch durchgebil
deten Methode und eines einheitlichen Planes werden eine um
so grössere Beachtung dann verdienen, wenn der administra
tive und wissenschaftliche Gewinn bei Befolgung jener Methode
und der Ausführung jenes Planes ein erheblicher ist. Das ist
er offenbar. Die Erheblichkeit lässt sich aber am Besten aus
dem Nachweis desjenigen Materials beurtheilen, welches direct
aus der Concentration und Zusammenstellung der im vorigen
Abschnitt beschriebenen Listen hervorgeht.
Hoffmann theilt, wie vorn ausführlich nachgewiesen, seine
statistische Tabelle in die Hauptabschnitte : I. Gebäude, II. Be
völkerung, III. Religiöse Verhältnisse der Einwohner, IV. Un
terrichtsanstalten , V. Polizeianstalten und VI. Erwerbsmittel,
eine Eintheilung, die nach und nach der selbstständigen Exi
stenz der bekannten acht Tabellen gewichen ist, die bislang von
dem statistischen Bureau von 3 zu 3 Jahren veröffentlicht wur
den, nämlich :
I. Die statistische Tabelle (enthaltend die Nachrichten
von den Gebäuden, der Volkszahl und dem Vieh
stande ),
II. die Uebersicht der verschiedenen Wohnplätze,
III. die Uebersicht der persönlichen und gewerblichen
Verhältnisse der Juden,
IV. die Bevölkerungsliste, d. s. die Nachrichten über die
im Laufe der je letzten 3 Jahre Geborenen, Ge
trauten und Gestorbenen,
V. die Kirchen- und Schultabelle,
VI. die Sanitätstabelle,
VII. die Gewerbetabelle der mechanischen Künstler und
Handwerker etc., und
VIII. die Gewerbetabelle der Fabrikationsanstalten und
Fabrikunternehmungen aller Art.
Die Tabellen IV., V. und VI. gehen nicht aus der Volks
zählung hervor, ihre Grundlagen sind anderen Ursprungs. Zur
Vergleichung des bisherigen Gewinns aus den Resultaten des
Census bleiben daher blos die Tabellen I., II., III., VII. und
VIII. Es würde, wollte man sich bei einer Kritik des logi
schen Aufbaus und der Gruppirnng dieser Tabellen aufhalten,
nur Das zu wiederholen sein, was schon vorn auseinander ge
setzt wurde. Auch schon äusserlich entspricht daher eine Ein
theilung ihren Zwecken besser, welche sich eine schärfere
Trennung des Stoffs zur Aufgabe macht. Ohne Zweifel ist
das bei einem Systeme von Tabellen der Fall, deren Titel die
folgenden sind:
I. Bevölkerung.
1. Zahl der Bewohner jedes Orts.
2. Geschlecht und Alter der Bewohner in einjähriger
Abstufung der Altersclassen (nach Provinzen).
3. Geschlecht und Alter in fünfjähriger Abstufung der
Altersclassen (nach Kreisen).
4. Körperliche und geistige Beschaffenheit der Bewohner;
d. h. Taubstumme und Blinde, Blödsinnige und Irr
sinnige.
5. Religionsbekenntniss.
6. Familienstand.
7. Stand oder Beruf, unterschieden nach den Hauptgrup
pen: Ackerbau, Industrie, Handel, Verkehr, persönliche
Dienstleistung, Gesundheitspflege, Erziehung und Un
terricht, Künste und Wissenschaften, Cultus, innere
Staats- und Gemeindeverwaltung (Polizei), Justiz,
Armee und Flotte, Personen ohne Beruf und Berufs
ausübung, Personen ohne Beruf.
8. Art des Aufenthalts, Anwesenheit und Abwesenheit,
Art des Beisammenwohnens.
9. Sprache und Nationalität.
10. Auswanderung aus Preussen:
a. Zahl, Geschlecht und Alter der Auswanderer,
b. Stand und Beruf,
c. Ziel der Auswanderung.
11. Einwanderung nach Preussen:
a. Zahl, Geschlecht und Alter der Einwandernden,