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relativen Werte unverändert bleiben. Ihren wirkliehen. Wertwechsel
ersähe man daraus, daß in derselben Arbeitszeit nun allgemein ein
größeres oder kleineres Warenquantum als vorher geliefert würde.
IV. Die zur Produktion von Leinwand und Rock respektive not-
wendigen Arbeitszeiten, und daher ihre Werte, mögen gleichzeitig
in derselben Richtung wechseln, aber in ungleichem Grade, oder in
entgegengesetzter Richtung usw. Der Einfluß aller möglichen der-
artigen Kombinationen auf den relativen Wert einer Ware ergibt
sich einfach durch Anwendung der Fälle I, II und 111.
Wirkliche Wechsel der Werigröße spiegeln sich also weder un-
zweideutig noch erschöpfend wider in ihrem relativen Ausdruck
Oder in der Größe des relativen Wertes. Der relative Wert einer
Ware kann wechseln, obgleich ihr Wert konstant [unverändert] bleibt.
Ihr relativer Wert kann konstant bleiben, obgleich ihr Wert wechselt,
und endlich brauchen gleichzeitige Wechsel in ihrer Wertgröße und
im relativen Ausdruck dieser Wertgröße sich keineswegs zu decken.
Erstes Kapitel,
3. Die Aequivalentiorm.
Man hat gesehen: Indem eine Ware A (die Leinwand) ihren
Wert im Gebrauchswert einer verschiedenartigen Ware B (dem
Rock) ausdrückt, drückt sie letzterer selbst eine eigentümliche Wert-
form auf, die des Aequivalents. Die Leinwandware bringt ihr
eigenes Wertsein dadurch zum Vorschein, daß ihr der Rock, ohne
Annahme einer von seiner Körperform verschiedenen Wertform.
20 Note zur 2. Ausgabe. Diese Inkongruenz [Mißverhältnis] zwischen
der Wertgröße und ihrem relativen Ausdruck ist von der Vulgärökonomie
mit gewohntem Scharfsinn ausgebeutet worden. Zum Beispiel: „Gebt einmal
zu, daß A fällt, wei] B, womit es ausgetauscht wird, steigt, obgleich unterdessen
nicht weniger Arbeit auf A verausgabt wird, und euer allgemeines Wertprinzip
lällt zu Boden. ... Wenn zugegeben wird, daß, weil der Wert von A
relativ zu B steigt, der Wert von B relativ zu A fällt, ist der Grund unter
den Füßen weggeschnitten, worauf Ricardo seinen großen Satz aufstellt,
daß der Wert einer Ware stets bestimmt ist durch das Quantum der ihr
Einverleibten Arbeit, denn wenn ein Wechsel in den Kosten von A nicht
Mur seinen eigenen Wert im Verhältnis zu B, womit es ausgetauscht wird,
Verändert, sondern auch den Wert von B relativ zu dem von A, obgleich
kein Wechsel stattgefunden hat in dem zur Produktion von B erheischten
Arbeitsquantum, dann fällt nicht nur die Doktrin zu Boden, die versichert,
daß die auf einen Artikel verausgabte Quantität Arbeit seinen Wert reguliert,
Sondern auch die Doktrin, daß die Produktionskosten eines Artikels seinen
Wert regulieren.“ (J. Broadhurst: „Political Economy. London 1842“.
PB. 11, 14.)
Herr Broadhurst konnte ebensogut sagen: man sehe sich einmal die
Zahlenverhältnisse 19/0, %/so, 19/00 usw. an. Die Zahl 10 bleibt unverändert,
und dennoch nimmt ihre proportionelle Größe, ihre Größe relativ zu den
Nennern 20, 50, 100, beständig ab. Also fällt das große Prinzip zu Boden,
daß die Größe einer ganzen Zahl, wie 10 zum Beispiel, durch die Anzahl
der in ihr enthaltenen Einer „reguliert“ ist.