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J. F. Schüle, Eierteigwarenfabriken,
Plüderhausen (Württ.).
Die Firma hat in ihrem Betrieb zwei
ARBEITERUNTERSTÜTZUNGSKASSEN geschaffen. Die erste wurde im Jahre 1895
zum Andenken an den verstorbenen Gründer des Geschäfts Herrn J. F. Schüle und dessen
Ehefrau mit einem Kapital von 10 000 M. errichtet. Der Zweck dieser Kasse besteht darin,
eine Ergänzung der gesetzlichen Krankenversicherung zu bilden, insofern als die Zinsen
als Unterstützungen an solche Arbeiter verabreicht werden, die länger als ein halbes Jahr
krank sind. Es wird an diese Arbeiter von der 27. bis zur 52. Woche der Krankheit das
Krankengeld weiterbezahlt, das bis zur 26. Woche der kranke Arbeiter von der Kranken
kasse erhält. Einen anderen Zweck verfolgt die zweite Unterstützungskasse, die anläßlich
der silbernen Hochzeit des Teilhabers der Firma, Herrn Immendorfer, am 1. Juli 1908
errichtet wurde. Das Kapital dieser
STIFTUNG beläuft sich ebenfalls auf xo 000 M., wovon die Zinsen an bedürftige
Arbeiter ausbezahlt werden. Wenn auch bestimmte Normen über die Ausbezahlung nicht
aufgestellt sind, so hat sich doch als Regel herausgebildet, daß diese Stiftung verwendet
wird als Beitrag für Kostgelder für Kinder verstorbener Arbeiter. Der gegenwärtige Gesamt
betrag der beiden Stiftungen ist auf über 26 000 M. angewachsen.
VERGÜNSTIGUNGEN. Erwähnt möchte auch werden, daß die Firma über ihre
gesetzliche Verpflichtung hinaus in die Invalidenversicherung die vollen Beiträge
leistet und den Arbeitern keine Abzüge macht. Sodann erhalten diejenigen Arbeiter,
welche 25 Jahre in dem Betriebe beschäftigt sind, ein Geldgeschenk 100 M., ferner
wird ihnen, sowie allen Aufsehern, unter Fortbezahlung des vollen Lohnes, ein jähr
licher Urlaub von 4 bis 6 Tagen gewährt. Alle militärpflichtigen Arbeiter, welche in
Friedenszeiten zu einer Übung in der Reserve oder Landwehr einberufen werden, bekommen
die Hälfte ihres Tagelohns während der Dauer der Übung ausbezahlt.