thumbs: Bevölkerungslehre

378 Zweiter systematisch-theoretischer Teil 
innenbedingt ein größeres Maß von Sicherheit und Beständigkeit 
aufweist. Bei der Entscheidung über diese Fragen spielen eben 
nicht allein ökonomische Gesichtspunkte eine Rolle, auch solche 
politischer Natur fallen hierbei stark ins Gewicht *). 
Demgemäß können auch alle Maßnahmen, die der Stärkung und 
Sicherung des innenbedingten Teils des Nahrungsspielraumes dienen, 
als ebenfalls in den Bereich der Bevölkerungspolitik gehörig 
betrachtet werden. 
Bei der Frage einer Ausdehnung und Erweiterung des innen- 
bedingten Teils des Nahrungsspielraumes handelt es sich in erster 
Linie um Aufgaben, die auf dem Gebiete der Agrarpolitik liegen. 
Das sind Fragen, die freilich in diesem Zusammenhang nur in aller 
Kürze gestreift werden können. Es sei aber nochmals nachdrücklich 
hervorgehoben, daß es sich dabei keineswegs nur um technische, 
sondern auch um rein wirtschaftliche Aufgaben, sowohl vom Standpunkt 
der ganzen Volkswirtschaft, wie von dem des einzelnen Landwirtes 
aus handelt. Die Höhe der Aufwendungen für den Landwirt, d. h. 
der Grad der Intensivierung in der Landwirtschaft, findet seine Grenze 
in der Tatsache, „daß die Ertragszunahme bei steigenden Aufwen- 
dungen immer geringer wird. Daher ist es für jeden Landwirt 
wichtig, die letzte Aufwandseinheit herauszufinden, die”sich im Durch- 
schnitt mehrerer Jahre ... eben noch mit Sicherheit bezahlt macht. 
Jede Verschiebung der Preisverhältnisse bringt eine Verschiebung 
der Grenze des lohnenden Aufwandes naturnotwendig mit sich. 
Darüber hinaus verbietet sich eine weitere Steigerung der Auf- 
wendungen ganz von selbst“ ®). 
Wenn aber auch solche Grenzen für die Steigerung der Erträge 
vorhanden sind, so zeigen zahlreiche Äußerungen aus sachverständigen 
Kreisen doch, wie vieles auf diesem Gebiete noch geschehen kann, 
ohne an diese gefährliche wirtschaftliche Grenze zu stoßen. Es ge- 
hören hierher einmal alle die Maßnahmen, durch die Anwendung 
der modernsten landwirtschaftlichen Technik, durch geeignete Dünge- 
mittel und gutes Saatgut zu einer Ertragssteigerung zu kommen. 
Hier kann auch die Gesetzgebung durch gesetzliche Vorschriften für 
den Handel in diesen Waren Erhebliches leisten. Weiter gehören 
hierher die Durchführung der Flurbereinigung, die bessere Bearbeitung 
des Bodens, die bessere Ausnützung des Stalldüngers, um nur ganz 
1) A. Wagner u. Pohle, aa. O0, — Ferner G. Hildebrand, Die Er- 
schütterung d. Industrieherrschaft u. d. Industriesozialismus, 1910. 
?) Layer-Hohenheim, Steigerungsmöglichkeiten d. Produktion innerhalb d, 
deutschen Landwirtschaft. Die Wirtschaftskurve, 1925, S. 19.
	        
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