40
Volkswirtschaft aus begegnet, ist nun aber der, dass
mit diesen niederverzinslichen Anleihen und Konversionen
unsre Verschuldung ans Ausland gewaltig anschwillt,
dass unsere Zahlungsbilanz damit dauernd
schwer belastet wird, und dass darunter unsre Valuta
zu leiden hat.
Es wird dem Verfasser kaum jemand vorwerfen
wollen, dass er diese Faktoren unterschätze oder zu
leicht nehme. Es wäre aber sicherlich eine falsche Rechnung
und übel angebrachte Scheu, wenn wir nicht trotzdem
zugreifen würden, sobald wir zu wirklich günstigen
Bedingungen, d. h. annähernd zu pari und unter Stipulation
der Schweizer Währung, Geld zu 3 % vom Ausland
haben können.
Dieses billigere fremde Geld ist für unsere Staatsund
Volkswirtschaft nichts anderes als unser Betriebskapital.
Indem wir die uns dargebotenen fremden Betriebsmittel
da nehmen, wo sie am vorteilhaftesten zu
haben sind, dürfen wir bei richtigem Haushalten und
Wirtschaften auf um so höheren Ertrag derselben
rechnen. Unser eigenes Kapital, so weit es dadurch
entbehrlich wird, suchen wir um so intensiver nutzbar
zu machen, sei es in der eigenen Arbeit und Unternehmung
oder durch höher rentierende Anlage im Ausland.
Wir tun damit auf dem Kapitalmärkte dasselbe,
was wir regelmässig und von jeher auf dem Gebiete
der Warenproduktion und des Konsums getan: Wir
brauchen das billige fremde Geld ebensogut wie die
billigen fremden Rohstoffe, Halbfabrikate und Lebensmittel,
zum vollen Betrieb unsrer Staats- und Volkswirtschaft.
Nicht in ihrer Negation, in ihrer Abweisung
oder in übermässiger Zurückhaltung liegt die richtige