Full text: L' Industrie cotonnière en Allemagne

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Dollar für diese Unterstützung der Eisenbahngesellschaften 
aufgenommen. „Ich fürchte,‘ ‘sagte der Abgeordnete 
Traer, „es geschieht sehr oft, daß die Zustimmung (be- 
züglich der Aufwendungen für Eisenbahnen) durch unlau- 
tere Einflüsse erreicht wird und daß das Volk, sich selbst 
überlassen, sie nach reiflicher Überlegung nie gegeben 
hättel).“ 
Die Ohnmacht des Volkes 
Dies sind nur einzelne Beispiele für die Verderbtheit 
aller Parlamente in den Vereinigten Staaten. So wütend 
das Volk auch gegen diese Fortgabe seines Besitzes und seiner 
Rechte protestierte, so wußten die Kapitalisten ihren Willen 
doch bei jeder Gelegenheit durchzusetzen. In einem Falle 
war ein Parlament so verschwenderisch gewesen, daß die 
Bevölkerung eine Verfassungsbestimmung verlangte, die 
dem Staate verbot, zu Eisenbahnzwecken Geld aufzu- 
nehmen. Die Verfassungskonvention genehmigte diese 
Bestimmung. Aber kaum waren die Mitglieder ausein- 
andergegangen, als das Volk merkte, wie schmählich man 
es überlistet hatte. Das neue Gesetz hinderte freilich den 
Staat an der Ausgabe von Anleihen, aber — und das war 
der Trick — es verbot sie den Stadt- und Landgemeinden 
nicht. Wie bisher setzten die Eisenbahnkapitalisten die 
Annahme von Gesetzen durch und brachten durch Be- 
stechung die städtischen Beamten im ganzen Staat dahin, 
Anleihen auszugeben und ihnen bestimmte Terrains und 
andere wertvolle Privilegien umsonst zu überlassen, ; 
Hunderte von Millionen, die durch Besteuerung aus 
dem Volke herausgepreßt wurden, gingen in die Hände der 
Eisenbahngesellschaften über, und wenig von diesem Gelde 
wurde je zurückgegeben. Das abgetretene Areal nahm 
einen ungeheuren Umfang an. Von 1850—1872 gab das 
Parlament nicht weniger als 155 504 994,59 Morgen des 
Staatslandes entweder direkt an Eisenbahngesellschaften 
oder an die verschiedenen Staaten, damit diese es den Ge- 
sellschaften überließen. 
*) Constitutional Debates, Jowa 1857, Bd. 2, S. 777.
	        
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