350
Die Preußische Staatsbank hat sich mehr und mehr zu einer Bank der
Banken entwickelt. Für den Geldmarkt hat sie große Bedeutung als
Geldausgleichs st elle. Zu diesem Zweck besitzt sie fünf Vermitt
lungsstellen außerhalb Berlins: die Frankfurter Bank in Frankfurt a. M.,
den Kölner Kassenverein AG. in Köln, die Sächsische Staatsbank in
Dresden, die Liquidations-Casse in Hamburg und — da ihr Geschäfts
bereich auf Preußen nicht beschränkt ist — die Bayerische Staatsbank in
München. Filialen besitzt die Bank nicht.
Auch Privaten eröffnet die Bank laufende Konten, übernimmt Wert
papiere zum Ankauf und Verkauf sowie zur Aufbewahrung und Ver
waltung. Die Anlage von Mündelgeld und die Hinterlegung von Wert
papieren, die zu Mündelvermögen gehören, kann nach gesetzlichen und
ministeriellen Bestimmungen bei der Preußischen Staatsbank erfolgen.
Bedeutend ist zeitweise ihr E m i s s i o n s g e s ch ä f t. Die Bank führt
Anleihegeschäfte allein oder in Verbindung mit anderen Banken durch und
wirkt auch bei einer Anzahl Börseneinführungen mit. Im Zusammenhange
hiermit stehen die Kursregulierung am Markt für festverzinsliche
Werte und ihre Jnterventionstätigkeit. Die Bank wirkt mit bei
der Finanzierung ländlicher Siedlungen und vertritt den
Staat in den Aufsichtsräten der provinziellen Siedlungsgesellschaften. Die
„dauernde Beteiligung bei anderen Banken und Bank-
firmen" ist auf 2,7 Millionen RM zurückgegangen.
Die Bilanz für 1936 ergibt: Kreditoren 919,5, Debitoren in laufender Rech
nung 111,2, Wechsel 464, Schatzwechsel und unverzinsliche Schahanweisungen
286,7, Eigene Wertpapiere 53,9, Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen 9,4,
Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere 5,5 Millionen RM.
2. Bayerische Staatsbank')
Im Jahre 1780 wurde als fürstliche Hofbank des Markgrafen Karl
Alexander zu Brandenburg-Ansbach-Bayreuth eine Bank in Ansbach ge
gründet. 1792 ging sie auf die Krone Preußen über und erhielt den Namen
„Königlich Preußische Bank in Franken"; 1795 wurde sie
nach Fürth verlegt und in Ansbach ein Zwischenbüro errichtet. Bei der
i) Schrifttum: H. Limburg, Die Königliche Bank zu Nürnberg in
ihrer Entwicklung 1870—1900. Leipzig 1908. Die Bayerische Staatsbank
17gg—1930. Denkschrift zum 150jährigen Jubiläum. München 1930.