56
In gleicher Weise konnte auch das Carbidwerk,
das die Portlandzementfabrik Lauffen a. N. im Jahre
1898 mit 170 000 M. (Buchwert in der Bilanz)
baute und im April 1900 in Betrieb nahm, seine Produktion
nicht vollkommen entwickeln, weil die Preise
bereits derartig gedrückt waren, dass an einen Gewinn
nicht zu denken war. Das Defizit der Carbidfabrik
(vergl. Geschäftsberichte und Bilanzen) betrug im ersten
Jahr 8 662 M., im zweiten Betriebsjahre 6 703 M.
Der Betrieb wurde dann infolge der durch das Syndikat
vorgeschriebenen Produktionseinschränkungen
eingestellt, die Fabrikationsquote später an eine andere
Fabrik verkauft. Wenn hier die Hoffnung auf Gewinn
die Veranlassung zur Gründung der Carbidfabrik war,
so waren bei der Holzindustrie-Aktiengesellschaft Lechbruck
die gedrückten Verhältnisse ihres bisherigen
Absatzgebietes der Grund, einen anderen Produktionszweig,
das Carbid, aufzunehmen. Das Kapital wurde
Ende 1898 von 325 000 M. auf 1 100 000 M. erhöht.
Die Produktion begann im Jahre 1900 mit einem
Probebetrieb, ohne dass es gelang, die garantierten
Leistungen zu erreichen. Die Folge war, dass das
erste Jahr mit einem Minus von 41 586 M. (vergl.
Bilanz) endete; auch im zweiten Jahre konnte der
Probebetrieb noch nicht abgeschlossen werden, die
Produktion betrug laut Geschäftsbericht statt 1,5 Mill.
Kilogramm nur 516 785 Kilogramm, das zweite Jahr
schloss laut Bilanz mit einem Minus von 31 339 M.
ab. Nachdem nun endlich der normale Betrieb im dritten
Jahr aufgenommen wurde, musste nach 7 Monaten
des laufenden Rechnungsjahres, am 1. Mai 1902, infolge
Syndikatsverfügung die Produktion eingestellt
werden. Das Jahr brachte ein Minus von 23 562 M.
(vergl. Bilanz). Jedoch standen diesen dreijährigen
Verlusten von in Summa 96 487 M., eine Einnahme