Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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Die Bedeutung des Tausches im ñrbeits- u. Wertbildungsprozeß 
lichen Definition und willkürlichen Konstruktion liegt, 
geht daraus hervor, daß dieselben Leute, die stets von 
internationalem Bezahlen reden, hier auf einmal 
eine eingeführte Warenmenge als „Zahlung" gelten 
lassen. Line Zahlung ist doch aber unlöslich mit dem 
ßcgriff „Geld" verknüpft oder wenigstens Geldver 
sprechen. wenn mir jemand für ein Buch statt baren 
Geldes einen Zack Kartoffel anbietet, und ich bin da 
mit einverstanden, dann hat er mir das Buch nicht 
bezahlt, sondern ich habe es gegen einen Zack Kar 
toffeln eingetauscht. 
Und wenn nach England für 480 000 000 &, waren 
eingeführt worden sind, so sind sie eben als Tausch 
ware gekommen, einerlei, ob Edelmetall sich darunter 
befindet oder nicht. 
Das Land hat sie eingetauscht gegen die 300 000 000 F, 
die es der Welt in seiner Ausfuhr zum Tausche an 
geboten hat,- nur dürfen wir den Tausch natürlich 
nicht auf die Rubrik von Zache gegen Zache be 
schränken, sondern müssen die ganze vorhin genannte 
5kala bis zum Tausche einer Zache gegen Rechte be 
rücksichtigen. 
Welche Absurditäten sich bei gegenteiliger Ruf 
fassung ergeben können, möge folgendes Beispiel zeigen. 
Ein Hamburger Exporteur schickt für 100000 Mark 
lVerke deutschen Kunstgewerbes nach Brasilien, d. h. 
er hält sie in Hamburg so viel wert, so daß sie mit 
dieser Zumme in der Exportdeklaration erscheinen. Da 
er gleichzeitig Importeur ist, ersucht er seinen Kor 
respondenten in Brasilien, ihm für den Erlös eine 
^affeesendung nach Hamburg zu machen, hier haben 
wir den einfachsten internationalen Tausch, der heute 
noch, wenn auch wesentlich durch Arbeitsteilung ver-
	        
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