Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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5.  Kapitel

Unternehmen  sein  soll.  Tritt  er  seine  Rechte  nicht  in
Form  einer  hohen  Verkaufssumme  an  K  ab,  sondern
behält  sich  ein  kündbares  Pachtverhältnis  vor,  dann
können  A  und  K  bei  allem  Fleiß  nie  mehr  als  das
Notdürftigste  verdienen.  Jeden  Rlehrverdienst  wird  sich
B  durch  Pachterhöhung  aneignen.
von  den  4  Personen  E,  A,  K  und  B  hat  letztere
also  die  bei  weitem  wirtschaftlich  stärkere  Position.
K  ist  in  unserem  Falle  vollkommen  machtlos,  erst
wenn  er  in  Form  von  B  auftritt,  erhält  er  ausbeutende ­
  wacht.  wo  immer  also  schlechte  und  ungerechte ­
  Verhältnisse  zu  konstatieren  sind,  ist  es  klar,  daß
sie  nicht  in  einem  ungleichen  Tausch  wischen  K  und  A
zu  suchen  sind,  also  zwischen  Zache  gegen  Arbeit,  sondern ­
  Zache  gegen  Rechte.
weil  man  dieses  nicht  auseinanderzuhalten  gewußt ­
  hat,  daher  die  Verwirrung  und  namentlich  die
vielen  verschiedenen  Theorien,  durch  welche  man  der
aufstrebenden  Rrbeiterschaft  das  Lohnproblem  zu  erklären ­
  versucht  hat,  Theorien,  die  fast  alle  von  der
Entwickelung  Lügen  gestraft  worden  sind.
Da  ist  das  Lasallesche  „eherne  Lohngesetz",  das
er  mit  einer  Überhebung  sondergleichen  verkündete,
so  daß  er  jeden,  der  es  nicht  anerkennen  wollte,  für
einen  Bösewicht  oder  Dummkopf  erklärte,  und  das  doch
nur  in  einem  Teil  richtig  ist  und  zwar  in  dem  Teil,
der  gar  nichts  mit  der  Lösung  des  Lohnproblems  zu
tun  hat.
Lasalle  behauptete  bekanntlich,  daß  nach  dem
Gesetz  von  Angebot  und  Nachfrage  der  durchschnittliche
Arbeitslohn  immer  auf  den  notwendigen  Lebensunterhalt ­
  reduziert  werden  wird,  der  in  einem  Volke  ge-
            
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