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5. Kapitel
ist. Gewiß mag zeitweilig eine Überproduktion da
sein, aber das ist selbst bei der sogenannten anar
chischen Produktionsweise, wie man sie dem Ka
pitalismus vorwirft, nur die Ausnahme, nicht die Regel.
Wenn nur Absatz für 5 paar Stiefel täglich vor
handen ist, wird die Maschine, selbst wenn sie es kann,
nicht dauernd 10 paar Herstellen, sondern nur 5. 3n
erster Linie werden also nicht 9 Schuhmacher überflüssig,
sondern nur 4, und selbst dies ist noch verkehrt, denn die
Sache liegt gerade umgekehrt. Wenn ein Bedarf von
5 paar Stiefeln vorhanden war, wie der Absatz der Ma-
schinenfabrikate beweist, und nur 1 Schuhmacher, so wa
ren eben vorher 4 Schuhmacher zu wenig da. Die Ma
schine hat eben nur eine Lücke ergänzt. Wenn der eine
Schuhmacher vorher den Bedarf decken konnte, so lag
das nicht daran, das nicht etwa 5 Paar Stiefel begehrt
wurden, oh nein, die Nachfrage danach war schon vor
handen, die Stiefel waren den Leuten nur
zu teuer.
Indem die Maschine die Stiefel verbilligte, löste
sie den Konsum aus, denn das ist ja eben das Groß
artigste an ihr, daß sie nicht nur die Produktion hebt,
sondern auch den Konsum.
Aber die Widerlegung der Marxistischen Akkumu
lationstheorie hat die Geschichte schon viel gründlicher
besorgt, als alle Argumente es vermögen. Man sehe
sich einmal unseren industriellen westen an. Das Land
der Maschine, das nach Marx einen im Verhältnis zu
seiner Energie, also einen ungeheuren Arbeiter ü b e r-
schuß aufweisen müßte, hat Millionen von Arbeitern
aus dem maschinenlosen Osten in den Dienst gestellt.
Man denke sich den deutschen Westen mit einer, wie
Marx es ausdrückt, „für die mittleren verwertungs-