Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

5. Kapitel 
die Ware eine Zeitlang vom verkaufe zurückhalten 
zu können, die Preise nach oben beeinflußt. Die Ve- 
leihbarkeit des Grund und Lodens dagegen erhöht seinen 
Tauschwert unter allen Umständen, sie vermehrt die 
Zahl der Bewerber und ermöglicht den Besitzern das 
warten auf einen Konjunkturgewinn. Die hohen preise 
unserer städtischen Bauterrains wären gar nicht denk 
bar, wenn die Erwerber sie bar bezahlen, oder aus 
ihren Personalkredit hin kaufen müßten. 
wenn in der Themie zwei Substanzen so verschieden 
artig auf eine Säure reagieren, wie hier Ware und 
Grund und Boden in ihren Beziehungen zu den ver 
schiedenen wirtschaftlichen und gesetzgeberischen Fakto 
ren, so wird es wohl keinen Chemiker geben, der dennoch 
schließt, er habe es mit ein und derselben Substanz 
zu tun. 
Solches Kunststück bleibt, wie gesagt, der Volkswirt 
schaft vorbehalten, die behauptet, Ware und Grund 
und Boden seien gleichartig und demnach wirtschaftlich 
gleich zu behandeln. 
Deshalb können wir uns nicht scharf genug gegen 
diese Ruffassung wenden. 
Nur bei völliger Klarheit über die wesensunter? 
schiede, die wir hier zu formulieren versucht haben, 
ist es möglich, zu allgemein gültigen Schlußfolgerungen 
zu kommen. 
haben wir also erkannt, daß der Grund und Boden 
weder Sache noch Ware ist, daß seine Benutzung nur 
ein Necht darstellt, so wollen wir nun dieses Recht 
zunächst einmal historisch verfolgen. 
Sn den einfachsten Verhältnissen braucht der Nlensch 
dieses Recht nicht erst zu erwerben, es ist ohne weiteres
	        
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