139
Die Bedeutung des Tausches im Ñrbeits- u. Wertbildungsprozeß
die öffentliche Meinung dahin, diesen Tausch mit allen
Mitteln zu erleichtern. So wurde die Mobilisierung
des Grund und Lodens immer weiter ausgebaut. Man
hielt es für einen Gewinn, wenn ein Stück Land mit
derselben Leichtigkeit gekauft, verkauft und beliehen
werden konnte wie eine Mare, ja man sicherte die
Beleihung noch über das bei Maren mögliche Maß
hinaus.
Dadurch glitt in allen Ländern, wo diese Wirt
schaftsauffassung die Gesetze beeinflußte, die Grund
rente sehr schnell in die Hände derer, die die Sachgüter
Zu vergeben hatten, also in die des mobilen Kapitals,
während sie dort, wo man die Mobilisierung nicht
mitmachte, z. B. in England, zum größten Teil noch
in die Hände der alten Feudalherrn fließt.
Sn keinem Falle ist der Tausch einer Sache gegen
Bodenrechte wirklich frei. Diese Freiheit ist nur schein
bar, denn das Tauschobjekt auf der einen Seite ist ein
solches, das seinen wert aus der freien Betätigung
menschlichen Fleißes schöpft, während der wert
des anderen von den Rechtsformen abhängig
ist, die von einer herrschenden Klasse zu
ihren Gunsten geschaffen werden.
was die Beeinflussung der Gesetzgebung in dieser
Einsicht bedeutet, zeigen unsere Bergwerksverhältnisse.
Bis zum 1. Oktober 1865 konnte der preußische Staat sich
alle Kohlenfelder, die er brauchte, durch bloße Erklä
rung der Bergbaubehörden sichern, und selbst bei den an
Private verliehenen Rechten zeigte sich die Ñnerkennung
seines Eigentumsrechtes durch die hohen ñbgaben, Vio
bis fast Vs des Ertrages, die er erhob. Er führte ge
naueste Kontrolle über den Betrieb und erklärte alle
Drüben wieder als in das landesherrliche Regal ver-