Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

Das Geld als Hilfsmittel des Tausches 
fast allen Kulturländern das Papiergeld genau so gut 
gesetzliches Zahlungsmittel, wie in England, trotz aller 
Klauseln und Reservationen?) 
vom Ñugenblick an aber, wo ein Volk beschließt, 
ein Münzversprechen für die Münze selbst in Umlauf 
Zu setzen und anzunehmen (oí) durch Gesetz oder frei 
willig, ist ganz gleichgültig), von diesem Ñugenblick 
an wird das Münzversprechen, d. h. das Papiergeld, 
„das Geld an sich" und das Edelmetall sinkt zurück 
zur Mare. 
Der Übergang ist ein ebenso radikaler, wie wenn 
ein afrikanischer Negerstamm sein Kaurimuschelgeld auf 
gibt und zu Maria Theresiatalern übergeht. 
In allen Kulturländern ist heute das Papier 
geld das Geld an sich. 
Wir haben wohl Goldwährung, aber Papier 
geld. Geld ist das Umlaufsmittel, die Währung ist das 
Verhältnis, in dem dieses zu irgendeinem Edelmetalle 
steht. Wo ein solches nicht vorliegt, sprechen wir von 
Papierwährung. Das in Umlauf befindliche Goldgeld ist 
ein Luxus, den sich wohlhabende Völker leisten- es ist 
keine Notwendigkeit. 
Handel und Verkehr würden nicht im geringsten 
leiden, wenn alles Gold, das in der deutschen Volks 
wirtschaft steckt, ungemünzt in den großen Banken 
läge, und wir entweder nur Papiergeld hätten oder 
handliche ñluminiumstücke mit den verschiedenen Nenn 
werten. 
i) flm deutlichsten kommt dieses in Frankreich zum ñus- 
druck. In England löst jedenfalls jede Bank im gewöhn 
lichen Verkehr einen präsentierten Scheck auf Wunsch in Gold 
ein. In den französischen Banken bekommt man als Begel 
nur Papier, Gold dagegen nur unter vielen Schwierigkeiten.
	        
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