Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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7.  Kapitel
Das  subjektive  Gefühl  als  wirtschaftlicher ­
  Faktor

wenn  wir  die  menschlichen  Handlungen  auf  ihre
Motive  prüfen,  dann  scheinen  die  beiden,  das  kaufmännische ­
  Rechenexempel  und  das  subjektive  Gefühl,
zwei  so  verschiedenen  Gebieten  anzugehören,  daß  ihre
gegenseitige  Beeinflussung  beinahe  so  unmöglich  erscheint, ­
  wie  die  Addition  von  2  Äpfeln  und  2  geringen.
Da  nun  das  Studium  der  Volkswirtschaft  namentlich ­
  mit  Zahlenmaterial  zu  rechnen  hat,  und,  nur  auf
Zahlen  gestützt,  sichere  Grundlagen  gefunden  werden
können,  so  verfällt  man  zu  leicht  in  den  Fehler,  zu
glauben,  daß  sie  im  Wirtschaftsleben  allein  ausschlaggebend ­
  seien,  und  man  behandelt  das  andere  Motiv
menschlichen  Handelns,  das  subjektive  Gefühl,  als  eine
quantité  négligeable.
Und  doch  ist  es  Tatsache,  daß  nichts  sich  schneller
in  Zahlen  umzusetzen  vermag  wie  das  Gefühl,  daß
es  in  ganz  hervorragender  weise  das  Wirtschaftsleben
beeinflußt,  und  daß  nur  der  das  letztere  richtig  zu
beurteilen  vermag,  der  diesen  Faktor  in  sein  Betrachtungsfeld ­
  zieht.
Zunächst  schon  bei  der  Beurteilung  wirtschaftlicher
Wechselwirkungen  ist  es  wichtig  zu  erkennen,  daß  hier
die  natürliche  Reihenfolge  von  Ursache  und
Wirkung,  wie  wir  sie  auf  allen  anderen  Gebieten
haben,  eben  durch  menschliche  Voraussicht  und  Gefühlsmomente ­
  aufgehoben  wird.  Ja,  man  kann  getrost ­
  sagen,  daß  es  im  Wirtschaftsleben  bei  allen  offen-
            
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