7. Kapitel
her zu stark war, wenn zu viel „eskomptiert" worden
ist, dann kann ein Punkt kommen, wo die Leute ihren
Irrtum korrigieren müssen,- die, die zu lange gewartet
haben, müssen kaufen, und die, die zu viel gekauft haben,
finden, daß andere mit ihnen denselben Fehler gemacht
haben, und nun mehr Vorräte vorhanden sind, als man
tragen kann. Ihr Gefühl hat sie eben betrogen und setzt
sich für sie in sehr unliebsamer weise in Zahlen um.
Dazu kommt noch das Verhängnisvolle, daß der Glaube
ansteckend wirkt. (Es wird nur wenige geben, die sich
der allgemeinen Tendenz zu entziehen vermögen, wer
es aber kann, wer die moralische Kraft hat, zeit
weilig gegen die allgemeine Meinung zu operieren,
der wird im Wirtschaftsleben der Erfolgreichste fein;
eben der, der den Glauben, das subjektive Gefühl
seiner Mitmenschen, auszunutzen versteht, während er
selbst kühl berechnend bleibt.
Bei der Wechselwirkung zwischen Preisbildung und
Produktion ist es nun nicht einmal nötig, daß die
Tatsachen schließlich genau den gehegten Erwartungen
entsprechen; es genügt häufig der Glaube daran.
So können in Zeiten langjähriger Depression sehr
starke Tatsachen nur eine ganz geringe Wirkung aus
üben, wenn einmal das vertrauen fehlt, während in
lebhaften Zeiten ganz nebensächliche Tatsachen, ganz
bedeutende Wirkungen Hervorrufen können. —
Ich erinnere mich eines Falles zu Ende der
80 er Jahre, da verursachten einige mäßige Rüben
ernten, zusammen mit dem Ñnwachsen des Konsums,
eine so gespannte statistische Lage des Zuckers, daß
gewisse Interessentenkreise ausrechneten, daß vor Ein
treffen der neuen Rübenernten alle Weltvorräte bis
auf ein Minimum erschöpft sein würden; ja einige