Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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7. Kapitel 
Geschäft hoffnungslos den Chancen des Marktes aus* 
geliefert war. 
So stellt der Handel mit Meinungen tatsächlich eine 
höhere Stufe des Wirtschaftslebens dar als der alte 
in tatsächlicher Ware. 
Lin anderes Beispiel, wie das Gefühl in direkter 
weife auf die wirtschaftliche Entwickelung eines vol- 
kes einwirken kann, haben wir in Deutschlands jüngster 
Vergangenheit. 
wir alle sind Zeugen der Unlust für koloniale 
Unternehmungen gewesen, die unser Volk im Gegen 
satz zu Engländern, Franzosen und Amerikanern ge 
zeigt hat. welche Ursachen dieser Unlust zugrunde 
lagen, ist einerlei,- Tatsache ist, daß das Auftreten einer 
starken Persönlichkeit die Meinung über koloniale Dinge 
merklich zu beeinflussen beginnt, warum denn? hat 
sich irgend etwas in den wirtschaftlichen Verhältnissen 
der Kolonien geändert? Sind neue Entdeckungen ge 
macht worden, neue Zahlen bekannt geworden? Alles 
nicht. Nur ein kluger Kopf weiß die alten Zahlen 
in ein neues Licht zu rücken, vertrauen zu erwecken, 
kurz das Gefühl zu beeinflussen. 
Nun ist es nicht unmöglich, daß diese Beeinflussung 
zu einer energischen Kulturarbeit in den Kolonien 
führt, und diese dadurch tatsächlich ein Jahrzehnt früher 
zur Blüte gelangen, als es sonst der Fall gewesen wäre. 
Ja, ohne diese neue Energieentfaltung wären viel 
leicht die bis dahin gebrachten Opfer überhaupt ver 
loren, die daraus entstehende gesteigerte Unlust würde 
möglicherweise sogar zu einer Abtretung der Kolo 
nien an stärkere Hände geführt haben, und das deutsche
	        
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