Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

172

1  I  I  ■  tsn

7.  Kapitel
Zinszahlung  Tausende  ihr  vermögen  verloren,  unzählige ­
  Familien  wären  an  den  Bettelstab  gebracht  worden.
So  half  der  Kredit  über  die  Krisis  hinweg  und
führte  zu  einer  Gesundung  der  Verhältnisse,  die  heute
noch  andauert.
Dhne  den  Glauben  der  englischen  Hochfinanz  an
die  Zukunft  des  Landes  hätte,  zwischen  der  Zeit  der
beginnenden  Krisis  und  heute,  für  alle,  die  mit  Brasilien ­
  zu  tun  hatten,  eine  Zeit  ungeheurer  Verluste  gelegen, ­
  die  nun  einfach  vermieden  worden  ist.
Ganz  ähnlich  liegen  die  Verhältnisse  heute  mit  dem
russischen  Kredit.  (Es  mag  mit  den  dicksten  Büchern,  mit
ungeheurem  Zahlenmaterial  hundertmal  nachgewiesen
werden,  Rußland  sei  eigentlich  bankrott-  so  lange  die
Nerven  der  pariser  Bankiers  aushalten,  ist  noch  gar  nicht
gesagt,  daß  nun  auch  der  Zusammenbruch  erfolgen  wird.
Db  nun  der  Glaube  in  den  Pariser  Kreisen  ein  fester
oder  verzweifelter  ist,  ob  bei  ihnen  der  Wunsch  der
Vater  des  Gedankens  ist  oder  nicht,  hat  nur  relative
Bedeutung,-  es  genügt,  daß  er  besteht.  Bricht  er  zusammen, ­
  kann  Rußland  unter  keinen  Umständen  auf
neue  Ñnleihen  rechnen,  so  verlieren  Tausende  ihr  vermögen, ­
  und  es  ist  nicht  abzusehen,  wie  weit  eine  solche
Erschütterung  der  Kaufkraft  des  französischen  Volkes
wirken  würde.
hält  er  stand  bis  zu  einer  Zeit,  wo  die  Verhältnisse ­
  sich  bessern,  dann  wird  das  ganze  wirtschaftliche ­
  Elend  vermieden,  das  ein  solcher  Zusammenbruch
mit  sich  bringt.  Die  Frage,  ob  jemand  heute  10  000  Mark
Einnahme  aus  Russenpapieren  hat  oder  keine,  liegt
also  viel  weniger  in  den  tatsächlichen  Verhältnissen
des  Landes,  denn  diese  sind  wirklich  ungünstig  genug,
sondern  darin,  ob  bei  den  leitenden  Finanzkreisen,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.