Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

184 
8. Kapitel 
höchsteigenhändig goß? Der Mann, der Elektrotechniker, 
der Petroleumraffineur. Mer buttert heute? Etwa 
das Bauernmädchen? Nein, der Meierist in der Ge 
nossenschaftsmeierei. Man kann also durchaus nicht 
von einer einseitigen Verdrängung reden, denn man 
bedenke, daß in allen diesen Fällen ein Mann Hun 
derte von Frauen aus dem Erwerbsleben verdrängte, 
während es sich beim Eintreten der Frau in dasselbe 
nur um den Ersatz einer Person durch eine andere 
handelt. Es ist durchaus verkehrt, solche Fragen nach 
Augenblickserscheinungen und aus kleinlichen engherzigen 
Motiven heraus zu beurteilen. Schließlich wird sich auch 
hier wiederholen, was wir überall beobachten können, 
wo immer wir Entwickelung vor uns haben, daß die 
passendste Arbeit zu den passendsten fänden kommt, 
ganz einerlei, ob diese ļ)ände sich an einem männlichen 
oder weiblichen Körper befinden. 
2. ist nicht außer acht zu lassen, daß durch den 
Eintritt von Hunderttausenden von Frauen, auch der 
sogenannten besseren Stände, ins Erwerbsleben die Kauf 
kraft des Volkes erhöht, und anderweitig neue Arbeits 
gelegenheit geschaffen wird auf Gebieten, auf denen 
sich, ihrer Veranlagung nach, nur wieder Männer be 
tätigen können. 
Die Betätigung der Frauen im Arbeitsprozeß des 
Volkes ist also volkswirtschaftlich durchaus gesund und 
richtig,- verkehrt aber ist es, wenn man die so tätige 
Frau ihren Schwestern in der Ehe und der Kinder 
pflege gegenüber als die allein produktive, die volks 
wirtschaftlich nützlichere ansehen wollte. Am höchsten, 
nicht nur ethisch, sondern auch in ihren Wirkungen 
auf die Volkswirtschaft, steht immer die Mutter, und
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.