Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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Schlußfolgerungen
Wir  wollen  die  Frage,  ob  ein  Arbeiter  in  der
achtstündigen  Arbeitszeit  ebensoviel  leistet  wie  in  einer
Zehnstündigen,  hier  unerörtert  lassen,  wir  wollen  nur
darauf  Hinweisen,  daß  die  Zeit,  die  der  Arbeiter  der
Lohnarbeit  sich  entzieht,  in  irgendeiner  Weise  ausgefüllt
werden  muß,  denn  daß  der  Deutsche  die  Zeit  nur  zum
^uhen  und  Dahindämmern  wie  der  Südländer  verwenden ­
  wird,  scheint  uns  ausgeschlossen.  Auch  der  Fall,
daß  die  Arbeiter  die  so  ersparte  Zeit  nur  zum  Rneipengehen,
  Schnapstrinken  und  lüderlichen  Bummeln  verwenden ­
  sollten,  scheidet  national-ökonomisch  aus.  Denn
GS  muß  immer  wieder  betont  werden-  die  Nationalökonomie ­
  hat  sich  nicht  damit  zu  befassen,  wie  die
Menschen  gebessert  oder  erzogen  werden  können-  dafür
wögen  die  Lthiker  und  Hygieniker  sorgen-  sie  hat  sich
nur  darum  zu  kümmern,  wie  sich  der  Gütererzeugungsund ­
  -verteilungsprozeß  in  gerechtester  Meise  in  einem
^olke  vollzieht,  in  dem  wenigstens  die  Mehrheit ­
  einem  edlen  Lebensgenüsse  zustrebt.
Einem  Volke  von  Trunkenbolden  und  Lotterbuben  kann
selbst  die  beste  Nationalökonomie  nicht  zu  Glück  und
Wohlstand  verhelfen.
Nun  mag  es  ja  auch  in  unserem  vaterlande  Elemente ­
  geben,  die  ihre  Erholung  mehr  in  gesundheitsschädlichem ­
  und  kulturwidrigem  Lebensgenuß  suchen,
aber  die  Regel  ist  es  nicht.  Die  Mußestunden  der  verkürzten ­
  Arbeitszeit  wird  die  Mehrzahl  entweder  durch
Eigenbeschäftigung  in  Haus  und  Garten  oder  durch
Lesen  und  Aufnahme  neuer  Eindrücke  oder  durch  erzieherische ­
  Einwirkung  auf  die  Rinder  ausfüllen.  Und
alle  diese  Fälle  wirken  in  höherem  Maße  Wohlstand
vermehrend,  als  die  in  hohen  Arbeitsstunden  geleistete
übermüdete  mechanische  Arbeit,  in  Hervorbringung  von
            
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