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2. Kapitel
3m Gegenteil, die Ñufwendungen, die ein Staat
zur Förderung der Familien macht, sind die produk
tivsten, die es gibt, ein Punkt, auf den wir bei
Erörterung der Bildungsfrage und der Bedeutung der
Frau im Wirtschaftsleben noch näher zu sprechen
kommen.
Line Mutter, die ein gut gepflegtes und erzoge
nes, leistungsfähiges und mit kulturellen Bedürfnissen
ausgestattetes Menschenkind aus ihrem Hause in die
Welt entläßt, gibt ihrem vaterlande ein größeres Wert-
objekt als hundert Arbeiter, die lOOOO Portemonnaies
anfertigen.
worin besteht denn überhaupt eigentlich der wert
aller dieser von Menschenhand erzeugten Güter, um die
sich die moderne Nationalökonomie wie um eine unver
rückbare Achse dreht? Nehmen wir einmal den haupt-
bedarfsartikel, das Korn, wann hat es seinen höchsten
„wert", von dem immer die Rede ist? — 3st es,
wenn der Landmann es in seine Scheune fährt, oder
wenn es im Speicher des Händlers lagert, oder wenn
es als Mehl von der Mühle kommt, oder als Brot
auf dem Ladentisch des Bäckers liegt?
3n keiner dieser Phasen, sondern, wenn es ver
nichtet wird, wenn es seinen Zweck erfüllt,
und in die Muskel-, Nerven- und Gehirnfub-
stanz eines Menschen übergeht.
Oder nehmen wir einen Gebrauchsgegenstand, ein
paar Wasserstiefel. Erst an den Füßen des Land
mannes, den sie bei seiner Arbeit in Feld, Wald
und wiese vor nassen Füßen und Erkältung schützen,
haben sie ihren höchsten, dann allerdings auch schnell
abnehmenden, wert, aber noch lange nicht im Schau-