Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

26 
2. Kapitel 
3m Gegenteil, die Ñufwendungen, die ein Staat 
zur Förderung der Familien macht, sind die produk 
tivsten, die es gibt, ein Punkt, auf den wir bei 
Erörterung der Bildungsfrage und der Bedeutung der 
Frau im Wirtschaftsleben noch näher zu sprechen 
kommen. 
Line Mutter, die ein gut gepflegtes und erzoge 
nes, leistungsfähiges und mit kulturellen Bedürfnissen 
ausgestattetes Menschenkind aus ihrem Hause in die 
Welt entläßt, gibt ihrem vaterlande ein größeres Wert- 
objekt als hundert Arbeiter, die lOOOO Portemonnaies 
anfertigen. 
worin besteht denn überhaupt eigentlich der wert 
aller dieser von Menschenhand erzeugten Güter, um die 
sich die moderne Nationalökonomie wie um eine unver 
rückbare Achse dreht? Nehmen wir einmal den haupt- 
bedarfsartikel, das Korn, wann hat es seinen höchsten 
„wert", von dem immer die Rede ist? — 3st es, 
wenn der Landmann es in seine Scheune fährt, oder 
wenn es im Speicher des Händlers lagert, oder wenn 
es als Mehl von der Mühle kommt, oder als Brot 
auf dem Ladentisch des Bäckers liegt? 
3n keiner dieser Phasen, sondern, wenn es ver 
nichtet wird, wenn es seinen Zweck erfüllt, 
und in die Muskel-, Nerven- und Gehirnfub- 
stanz eines Menschen übergeht. 
Oder nehmen wir einen Gebrauchsgegenstand, ein 
paar Wasserstiefel. Erst an den Füßen des Land 
mannes, den sie bei seiner Arbeit in Feld, Wald 
und wiese vor nassen Füßen und Erkältung schützen, 
haben sie ihren höchsten, dann allerdings auch schnell 
abnehmenden, wert, aber noch lange nicht im Schau-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.