Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

2. Kapitel 
hervorrufen. (Ein Haus, an dem täglich zehntausend 
Menschen vorbeigehen, ist ungemein viel wertvoller, 
als ein solches, dessen Türen nur von Hunderten 
passiert werden, und ein solches, zu dem nie ein Mensch 
kommt, ist ein toter wertloser Gegenstand. 
In diesen Tatsachen liegt das Geheimnis des un 
geheuren wirtschaftlichen Ñufschwungs der Völker seit 
der Erleichterung des Verkehrs durch Eisenbahnen und 
Schiffahrt. 
wir spüren diese Wirkung auch im kleinen, wenn 
einmal zu einer pfingstwoche schlechtes Wetter gewesen 
ist, das die Menschen zu Hause hielt, dann klagt ein 
jeder, der im Erwerbsleben steht, über schlechte Zeiten, 
während, wenn das Wetter gut war, und alle Menschen 
durcheinanderwirbeln ließ, jeder vergnügt und zufrie 
den ist, denn man hat verdient. 
Nach der altmodischen nationalökonomischen Ñuf- 
fassung ist ein verregnetes Pfingstfest für den National 
wohlstand besser, als ein lustiges, denn die Leute bleiben 
zu Hause, sparen ihr Geld, und alle die Hunderte von 
Zentnern an Ruchen, Raffee, Fleisch, Brot und Butter, 
die in den Gasthäusern über den täglichen Bedarf 
hinaus verzehrt werden, bleiben dem Lande als Wert 
objekt erhalten! wir sagen: erst indem alle diese Dinge 
in Bewegung gesetzt und vernichtet worden sind, wur 
den sie zu werten und wurden alle die, durch deren 
Hände sie gingen, reicher. Daher die leicht erklärliche 
Zufriedenheit. 
wir lachen heute über den dummen Bauern von 
ehemals, der sein Geld lieber im Strumpfe und im Bett 
stroh aufbewahrte, anstatt es auf die Sparkasse zu tun, 
und wir begründen unser Lachen meist damit, daß 
wir an die Zinsen denken, die der Bauer verliert, 
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