Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

Über ökonomische Werte 
indem wir letztere als etwas ganz Selbstverständliches 
hinnehmen, Hier tritt aber schon das Problem der 
Bewegung deutlich zutage. Indem die Sparkassen alle 
jene lang verborgen gehaltenen, völlig toten Spar 
groschen in Bewegung setzten, schufen sie neue Werte, 
und vermochten Zinsen zu zahlen. 
Ñn dem Wahne, daß ein Volk schon allein durch 
den Besitz großer Gold- und Silberschätze reich werden 
könne, sind ganze Staaten wirtschaftlich zugrunde ge 
gangen. 
In Spanien strömten zu Philipps Zeiten die Edel 
metalle schiffsladungsweise ins Land; man glaubte es 
damit unendlich reich gemacht zu haben, und es ist 
bezeichnend, daß gerade zu jener Zeit Spaniens ver 
fall beginnt. Man ließ die Schätze unfruchtbar liegen, 
oder brauchte sie zu zerstörenden Zwecken und wütete 
mit $euer und Schwert gegen das höchste Wertobjekt, 
das man hatte, den Menschen. 
ñuch die großen Goldansammlungen in unseren 
sanken sind nur deshalb von bedeutendem volkswirt- 
fchaftlichen Nutzen, weil sie die Grundlage zur Noten 
ausgabe bilden, und sich somit in dieser Form leb 
haft bewegen. 
Die relative Bewegung der Dinge zu den Men 
schen oder der Menschen zu den Dingen ist es auch, 
^>ie den Monumentalbauten früherer Jahrhunderte und 
^en in einem Volke angesammelten Kunstschätzen ihren 
ökonomischen wert verleiht. 
Für Italien bilden seine alten Kirchen, Paläste, 
Ükuseen und Galerien ein Wertobjekt, das sich mit 
jeder Verkehrserleichterung dahin steigert. Für das 
italienische Wirtschaftsgebiet ist die durch die Bewe 
gung der Menschen zu seinen Kunstschätzen erzeugte 
pohlman, Laienbrevier. 
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