Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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3.  Kapitel

wollen,  in  einer  Welt,  die  es  gar  nicht  gibt,  nämlich
in  einer  Welt  ewigen  Friedens.
Lin  Physiker  mag  seine  versuche  im  luftleeren
Raum  ausführen-  will  er  aber  Schlüsse  daraus  ziehen
und  danach  das  Verhalten  der  Menschen  beeinflussen,
was  doch  im  Grunde  der  Zweck  jeder  Wissenschaft
ist,  so  muß  er  die  Naturgewalten  berücksichtigen,  die
jenseits  des  luftleeren  Raumes  herrschen,  sonst  wird
seine  Lehre  ein  wissenschaftliches  Zerrbild.
Ebenso  kann  der  Nationalökonom  getrost  seine  Beobachtungen ­
  anstellen  an  Vorgängen,  wie  sie  sich  abspielen ­
  in  „kampfleeren"  Räumen,  ja,  er  kann  gar
nicht  anders-  aber  bei  seinen  Schlußfolgerungen  muß
er  den  Rampf  berücksichtigen,  ohne  den  wir  uns  die
Welt  einstweilen  ja  gar  nicht  denken  können.  Denn
die  Rampf-  und  NIachtfragen  sind  nationalökonomisch
nicht  weniger  wichtig,  als  die  Ñrbeitsfrage.  Ñus  ihnen
entspringt  z.  B.,  wie  wir  später  sehen  werden,  die
Grundrente,  einer  der  wichtigsten  Faktoren  des  modernen ­
  Wirtschaftslebens.
Ñuherdem  fließen  Rampf  und  Ñrbeit  so  ineinander ­
  über,  daß  ihre  Grenzen  häufig  kaum  zu  erkennen ­
  sind,  und  man  sich  die  Frage  vorlegen  muß,
ob  sie  volkswirtschaftlich  überhaupt  zu  trennen  sind,
so  scharf  und  klar  ihre  Grenzen  auf  ethischem  Gebiete ­
  auch  vor  uns  liegen.
Wir  fragen:  welcher  erkennbare  Unterschied  besteht ­
  in  bezug  auf  wirtschaftliche  Ronsequenzen  zwischen
den  Naturgewalten,  wie  sie  sich  in  wind  und  Wetter,
Rälte  und  Hitze,  der  stillzerstörenden  ñrbeit  der  Infusorien, ­
  der  Gier  des  Raubtieres,  der  verwüstenden
Rraft  des  Reilers  oder  in  den  menschlichen  Leidenschaften ­
  offenbaren?  Nicht  der  geringste-  und
            
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