Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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5. Kapitel 
Menschen bevölkert sein läßt, die beide keine Rar 
toffeln essen. Dann wäre der Dauer natürlich über 
flüssig, und ebenso überflüssig wäre ein Händler 
in unserem Falle, weil zwei Handwerker, die neben 
einander wohnen, niemanden brauchen zum Austausch 
ihrer Güter. Aber will man aus solchen Beispielen 
große fundamentale Grundsätze ableiten, so muß man 
sie auch zu Ende denken. 
Angenommen, der eine wäre ein Schmied, im ber- 
gisch-märkischen Lande, um einmal bei diesem unmög 
lichen Fall zu bleiben, und der andere ein Weber im 
sächsischen Erzgebirge, dann brauchen sie wohl einen 
Händler zum Austausch ihrer Güter, einmal um sich 
überhaupt zu finden (Aufsuchen der Märkte) und dann 
zur Vermittlung des Verkehrs. Entweder muß der 
Schmied zum Weber oder der Weber zum Schmied kom 
men, oder beide treffen sich halbwegs. 
Angenommen, der Weber produziere täglich 2 m 
Tuch, er brauche 10 Tage, um zum Schmied zu kommen, 
und der Händler nähme ihm diese Arbeit ab, dann 
ist der letztere genau so gut produktiv wie 
der Weber am Webstuhl. Um die 20 m Tuch, 
die der Weber in der Zeit herstellt, die er nicht auf 
die Tätigkeit des Tausches zu verwenden braucht, ist 
der Gütervorrat der Welt vermehrt, durch dieTätig- 
keit des Händlers. Er ist also direkt produktiv 
gewesen. Sombart macht hier, wie so viele, die von 
Marx beeinflußt sind, den Fehler, daß er den wert- 
bildungsprozeß mit der Herstellung des Gegen 
standes in der Hauptsache als abgeschlossen ansieht. 
Dann hätte er Recht, wenn er argumentierte: durch 
die Arbeitsteilung von Schmied und Händler wird zwar 
die absolute Produktion erhöht, immerhin aber wird
	        
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