Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

lieh nicht den persönlichen Anreiz hätte, der auf anderen 
Gebieten den Vorteil der privaten Unternehmungen aus 
macht. Wenn eine Concurrenz existiert, so kann der Zweck 
dieser Einrichtungen nur unvollkommen und weniger spar 
sam erreicht werden, z. B. in dem Falle, dass sich mehrere 
Eisenbahnlinien Concurrenz machen. Wenn aber anderer 
seits diese Concurrenz unter den Privatunternehmern fehlt, 
dann leidet das Publicum nach verschiedener Richtung 
hin Schaden, und die Privatinteressen der Besitzer machen 
sich tyrannisch fühlbar. So zeigen sich sowohl vom Ge- 
sichtspuncte der Production als auch von dem der Ver 
teilung des Reichtums aus deutlich Vorteile der socialen 
Organisation derartiger Unternehmungen.“*) 
Diese Vorteile solcher durch den Staat oder durch 
andere öffentliche Institutionen, wie z. B. die Provinzen 
oder besonders die Städte,**) betriebenen Unternehmungen 
sind sehr verschiedener Natur: Einmal dienen die ge 
wonnenen Ueberschüsse dazu, die Steuerlasten zu ver 
mindern, anstatt einigen Actionären zuzufliessen; sodann 
wird der Betrieb nicht ganz und gar, oder wenigstens 
nicht in dem Masse, von dem Gesichtspunct aus geleitet, 
den höchsten Profit zu erzielen, wie das bei den capitalisti- 
schen Unternehmungen der Fall ist — ausgenommen 
selbstverständlich den Fall, wo es sich um fiscalische 
Monopole handelt — ; im Regiebetriebe pflegt man leichter 
der öffentlichen Meinung Rechnung zu tragen, besonders, 
wenn es sich um die Lage der Angestellten handelt 
oder um den Ankauf der Rohmaterialien, um den Preis 
und die Qualität der Products oder der Dienste und end 
lich um das Interesse der kommenden Generationen. 
*) Graf von Hamilton: Le développement des 
fonctions de l’Etat, dans leurs rapports avec le droit con 
stitutionnel/ (Revue d’économie politique, 1891, pag. 140 ff.) 
**) Ueber die jüngsten Fortschritte des Municipalsocialismus 
in England siehe Harrison: Municipal trading. (Economie 
Journal, Juni 1900.)
	        
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