Full text : Die Entwickelung zum Socialismus

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§  I.
Die  Ueberschüsse  der  öffentlichen  Unternehmungen. ­

Die  vergesellschafteten  Industrieen  und  im  besonderen
die  natürlichen  oder  künstlichen  Monopole  können  zunächst
für  die  Gesamtheit,  die  sie  ausbeutet,  eine  Einnahmequelle ­
  abgeben.  In  Brüssel  wirft  z.  B.  das  Gas  allein
nahezu  2  Millionen  Ueberschuss  im  Jahre  ab.  In  Frankreich ­
  bringt  das  Tabakmonopol,  das  den  Preis  des  Productos ­
  um  das  Sechsfache  erhöht,  dem  Staatsschatz  in
guten  wie  in  schlechten  Jahren  mehr  als  300  Millionen  ein.
Es  versteht  sich  von  selbst,  dass  im  grossen  und  ganzen
diese  Ueberschüsse  nichts  anderes  als  indirecte  Steuern
sind.'  Wenn  eine  öffentliche  Verwaltung  ihre  Producte  nicht
zum  Selbstkostenpreis  liefert,  so  tragen  die  Ueberschüsse, ­
  die  sie  macht,  notwendigerweise  einen  fiscalischen
Charakter.  Und  in  einer  collectivistischen  Gesellschaft
würden  an  die  Stelle  der  heutigen  Steuern  die  Vorwegnehmungen ­
  treten,  die  die  Gemeinschaft  für  die  allgemeinen ­
  Bedürfnisse  ausführt,  bevor  sie  an  die  individuelle
Aufteilung  geht.  Wenn  es  sich  aber  um-  Producte  wie
Tabak  oder  Branntwein  handelt,  die  mit  Recht  als  Steuerträger ­
  angesehen  werden  können,  dann  ist  es  etwas  anderes,
als  z.  B.  mit  Wasser  und  Leuchtgas,  die  nicht  durch
Aufschläge  verteuert  werden  sollten,  weil  sie  notwendige
Bedürfnisse  befriedigen.
Schon  heute  geben  übrigens  einzelne  Gemeindeverwaltungen ­
  Wasser  und  Gas  teils  zum  Selbstkostenpreis,
teils  unter  dem  Selbstkostenpreis,  teils  sogar  kostenlos  ab.
In  seinem  Buche  über  den  Socialismus  in  England
erwähnt  Métin  zwei  kleine  Städte,  die  das  Gas  gratis
an  ihre  Einwohner  abgeben.*)

*)  Métin:  Le  socialisme  en  Angleterre  (Paris,  Alcan,
1897),  pag.  226.
            
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