Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

Widerspruch der zu seiner Lösung vorgeschlagenen 
Formeln ergäbe. 
Wie gross nun auch immer diese Schwierigkeiten 
sein mögen — und wir gedenken ihnen nicht aus dem 
Wege zu gehen — so muss man doch bemerken, dass 
man sehr wohl eine collectivistische Gesellschaft, sowohl 
vom Standpunct des Eigentums als der Production, vor 
stellen kann, in der man sich auf eine stufenweise Ver 
besserung und Vervollkommnung der in der heutigen Ge 
sellschaft üblichen Entlohnungsarten beschränken würde. 
Geradeso wie die socialistischen Genossenschaften 
Lohnarbeiter beschäftigen, ihnen aber ein Lohnminimum 
garantieren, einen Anteil an den Ueberschüssen, einen 
achtstündigen Arbeitstag — wenigstens in Brüssel — eine 
feste und dauernde Beschäftigung, eine Menge von Vor 
teilen im Falle von Krankheit, Alter, Arbeitsunfähigkeit, 
geradeso könnten in der grossen Cooperative, die schliess 
lich eine collectivistische Gesellschaft sein würde, in einem 
gewissen Umfange die heutigen Formen der Entlohnung 
beibehalten werden. 
Dieser Teilcollectivismus — wir würden sagen: dieser 
„capitalistische Collectivismus“, wenn die beiden Worte 
nicht beim Zusammentreffen aufschrieen — diese Mittel 
form zwischen Socialismus und Individualismus würde und 
könnte, wie wir gleich bemerken wollen, nur ein Ueber- 
gang zum reinen Collectivismus sein. Deshalb entbindet 
das uns auch nicht von der Pflicht, die von den verschie 
denen socialistischen Schulen vorgeschlagenen Verteilungs 
formeln durchzuprüfen. 
So zahlreich diese Formeln übrigens auch sein mögen, 
man kann sie alle auf zwei Grundprinzipien zurückführen : 
das zu befriedigende Bedürfnis oder die geleistete Arbeit 
—■ das Recht auf Existenz oder das Recht auf den vollen 
Arbeitsertrag. 
Ausgehend von dem Begriff des Bedürfnisses — des 
Gebrauchswerts — und sich auf das Recht auf
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.