Full text : Die Entwickelung zum Socialismus

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Existenz  stützend,  sagen  die  Communisten  :  jedem  nach
seinen  Fähigkeiten,  jedem  nach  seinen  Bedürfnissen.  Ausgehend ­
  von  dem  Begriff  der  Arbeit  —  vont  T  auschwert
—  sagen  dagegen  die  Collectivisten,  im  weiten  Sinne  des
Wortes:  jedem  Arbeiter  sein  voller  Arbeitsertrag.
Auf  den  ersten  Anschein  widersprechen  sich  diese
beiden  Formeln  vollkommen.  Wir  glauben  indessen,  dass
man  sie  miteinander  vereinigen  und  die  eine  durch  die
andere  ergänzen  kann  und  muss.
§  I.
Das  Recht  auf  den  vollen  Arbeitsertrag.
Das  Recht  auf  den  vollen  Arbeitsertrag  findet  seine
vollständige  Verwirklichung  entweder  auf  der  einsamen
Insel  Robinsons  oder  in  einer  solchen  gesellschaftlichen
Ordnung,  wo  zwar  das  Eigentum  collectivistisch  ist,  die
Benutzung  des  allgemeinen  Eigentums  dagegen  individualistisch ­
  bleibt.  Das  ist  der  Fall  z.  B.  in  einer  ländlichen
Gemeinschaft,  in  der,  wenn  auch  nicht  jeder  Arbeiter,
so  doch  jede  ökonomische  Einheit,  jeder  Haushalt,  sein
Los  erhält  und  alles,  was  er  herstellt  selbst  verzehrt,
und  auch  alles  verzehrt,  was  er  selbst  herstellt.
Von  dem  Augenblick  ab,  wo  die  Production,  unter
welcher  Form  immer,  gesellschaftliche  Production  wird,
wo  die  gemeinsame  Arbeit  an  Stelle  der  individuellen
Arbeit  tritt,  kann  aber  nicht  mehr  die  Rede  davon  sein,
dass  man  jedem  Arbeiter  sein  Arbeitsproduct  in
natura  giebt,  sondern  nur  den  Wert  des  Arbeitsproduktes, ­
  das  Aequivalent  für  die  im  gemeinsamen
Werke  verausgabte  Arbeitskraft.  Und  dann  erhebt  sich
das  Problem,  zu  wissen,  was  es  mit  der  Hauptformel,  mit
dem  Leitmotiv  aller  socialistischen  Programme  als  Verteilungsprincip
  auf  sich  hat:  jedem  Arbeiter  das  Product
seiner  Arbeit.
Wie  schon  Anton  Menger*)  bemerkt,  hat  das  Recht
*)  A.  Menger:  Das  Recht  auf  den  vollen  Arbeitsertrag.
            
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