Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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propriation, die man aus anderen Gründen für vorteilhaft 
halten würde.*) 
Wenn es sich um neue Unternehmungen handelt, 
kann dagegen das von Solvay empfohlene „Eindringungs“- 
oder Beteiligungssystem sehr verführerisch erscheinen, den 
Staat an allen Unternehmungen zu interessieren und den 
Uebergang von der capitalistischen zu einer rein socialisti- 
schen Ordnung zu erleichtern. 
Nur können wir uns damit nicht einverstanden er 
klären, dass nach Solvay der Staat, der in alle neuen oder 
erweiterten Unternehmungen eintritt, nichts anderes sein 
*) Vor einigen Jahren hat die schweizerische Regierung 
unter den folgenden Umständen dieses Verfahren angewandt: 
„Bis zum Verfalltage im Jahre 1898 konnte von einem Rück 
kauf (der schweizerischen Eisenbahnen) durch Kündigung der 
Concessionen nicht mehr die Rede sein. Der Bundesrat ver 
suchte es also mit einem anderen Mittel, das man das System 
der Beteiligung, System der Penetration, genannt hat, weil es 
darin bestand, dass die Eidgenossenschaft durch allmählichen 
Kauf grosser Actienmengen an den Gesellschaften beteiligt 
werden sollte, um auf diese Weise zunächst einen entscheiden 
den Einfluss in den Generalversammlungen ausüben und sie 
sodann möglicherweise zum Rückkauf auf Grund gütlichen 
Uebereinkommens bestimmen zu können.“ (Le rachat des 
chemins de fer en Suisse. Circular des Musée social, No. 18 
vom 25. Mai 1898.) 
Zu diesem Zwecke erwarb der Bundesrat am 27. Juni 
1890 30000 Actien der Jura-Bern-Luzern-Linie; im selben und 
im folgenden Jahre sodann 47090 Actien der Jura-Simplon- 
Gesellschaft, die sich gerade mit der obengenannten fusioniert 
hatte. Ende 1891 war die Eidgenossenschaft also Besitzerin von 
77090 Actien der Gesellschaft, die im ganzen 104000 Prioritäts 
und 245 000 Stammactien ausgegeben hatte. 
Anfang 1891 bot ein Bankenconsortium der Eidgenossen 
schaft 50000 von 100000 Actien der Centralbahn an. Aber 
die Verwaltung der Centralbahn erklärte sich bereit, das ganze 
Netz abzutreten. Die schweizerischen Kammern sprachen sich 
in diesem Sinne aus, der Vorschlag wurde aber beim Referendum 
verworfen, zum Teil, weil man fand, dass die Eidgenossenschaft 
die Actien der Centralbahn über ihrem reellen Werte bezahlte. 
Das Votum von 1891 machte der Eindringungspolitik, wie über 
haupt jedem Versuche des freihändigen Rückkaufs ein Ende.
	        
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