Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

Bisschen Wohlstand und Licht zur Entfaltung marigelt, 
dadurch, dass er durch eine systematische Organisation 
die allgemeine und technische Fähigkeit aller Arbeiter 
steigert, — dadurch würde der Socialismus das Wissen 
der Menschen, ihre Macht über die Naturkräfte und 
folglich ihre Freiheit im besten und höchsten Sinne 
des Wortes auf das Maximum bringen. 
Da dies gleichzeitig Ziel und notwendiges Ergebnis 
der Emancipation des Proletariats ist und sein muss, so 
fragt man sich, durch welches wunderliche Missverständ 
nis Menschen, an deren gutem Glauben man zu zweifeln 
keinen Anlass hat, dazu kommen können, im Socialis 
mus eine Lehre der absoluten Gleichmacherei und eine 
ernstliche Gefahr für die Rechte des Individuums zu 
sehen. 
In seiner Education sentimentale schildert uns z. B. 
Flaubert eine seiner antipathischesten Personen, den Re 
petitor Sénécal, als eine Art lebender Synthese der col- 
lectivistischen Systeme : „er kannte Mably, Morelly, 
Fouriór, Saint-Simon, Gabet, Louis Blanc, den schweren 
Karren voll socialistischer Schriftsteller, die die Mensch 
heit auf das Niveau der Casernen herabdrücken wollen, 
die sie in einem Lupanar ergötzen oder auf einen Comptoir 
schemel zwingen möchten; und aus dem Gemengsel aller 
dieser Lehren hatte er sich das Ideal der tugendhaften 
Demokratie geschaffen, die, halb Landgut, halb Spinnerei, 
eine Art americanisches Lakedämon darstellen würde, in 
dem das Individuum nur für die Gesellschaft existieren 
würde, für die Gesellschaft, die mächtiger, absoluter, un 
fehlbarer und göttlicher sein würde, als die grossen Lamas 
oder die Nebukadnezars.“*) 
Hier haben wir also mit ebensoviel Kraft wie Un 
gerechtigkeit den Haupteinwand, den man gegen den 
Socialismus erhebt; deshalb ist es auch unnötig, aus den 
") Flaubert: L’éducation sentimentale, pag. 167.
	        
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