Full text : Die Entwickelung zum Socialismus

20  7

lensact,  mag  er  nun  anständig  oder  unanständig  sein;
ist  aber  einmal  das  Vermögen  geschaffen,  die  Unternehmung ­
  gegründet,  dann  entwickeln  sie  sich  durch  die
ihnen  innewohnende  Kraft,  durch  die  Macht  der  capifalistischen
  Accumulation,  durch  die  Ausbeutung  der
Arbeit  und  Fähigkeiten  anderer  ;  und  wenn  sie  gar  im
Erbgange  auf  andere  übergehen,  dann  wird  die  persönliche ­
  Initiative  der  Capitalbesitzer  schliesslich  vollkommen
durch  die  bureaukratische  Verwaltung  der  Actiengesellschaft
  ersetzt.
Und  gerade,  wenn  es  sich  so  verhält,  dann  bietet
die  Vergesellschaftung  das  Maximum  von  Vorteilen,  und
man  stimmt  dann  im  allgemeinen  darin  überein,  dass
unter  sothanen  Verhältnissen  die  Privatunternehmungen
den  öffentlichen  Unternehmungen  nicht  notwendig
überlegen  sein  müssen.
„Alles,  was  in  der  Freiheit  nur  durch  capitalistische
Gesellschaften  ausgeführt  werden  kann,“  so  sagt  Stuart
Mill,  „würde  häufig  ebensogut  und  manchmal  besser  gemacht, ­
  wenn  der  Staat  die  Arbeit  selbst  übernehmen
würde.  Der  spielerische  Charakter,  der  Mangel  an  Sorgfalt ­
  und  Fähigkeit  bei  den  Staatsunternehmungen  sind
sprichwörtlich  geworden;  aber  bei  der  Verwaltung  der
grossen  Gesellschaften  haben  wir  dieselben  Merkmale  gesehen. ­
  Es  ist  wahr,  dass  die  Directoren  einer  Gesellschaft ­
  (im  damaligen  England.  Anm.  des  Uebers.)  immer
Actionäre  sind;  aber  die  Mitglieder  der  Regierung  sind
auch  Steuerzahler,  und  mag  es  sich  nun  um  Directoren
oder  Staatsbeamte  handeln,  so  ist  ihr  Vorteil  bei  einer
guten  Führung  der  Geschäfte  nicht  dem  Interesse  gleich,
das  sie  an  einer  schlechten  Führung  haben  können,  ganz
zu  schweigen  von  ihrem  Ruhebedürfnis.“*)
Kurz,  in  der  heutigen  capitalistischen  Ordnung  sind
die  Staatsuntemehmungen  —  so  fehlerhaft  auch  immer

*)  Mill:  Principles  of  political  economic,  IV.  Buch.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.