kommt, seine souveränen Rechte missbraucht, dann könnte
man ihn, ohne den Thatsachen Gewalt anzuthun, klipp
und klar als einen Parasiten bezeichnen.
„Der Unternehmer ist in der heutigen Wirtschaftsordnung,“
so sagt Charles Gide, „nicht einfach Händler
mit Arbeitskraft : er organisiert die Arbeit, was eine ganz
eminente productive Thätigkeit ist, er weist ihr ihre Aufgabe
zu und giebt ihr den höchsten Grad der Wirksamkeit.
Und nicht nur die Arbeitskraft der Arbeiter, nein,
alle die verschiedenen zerstreuten Productionsfactoren, die
Capitalien, den Grund und Boden, die Gebäude — die
ihm häufig gar nicht oder nur zu einem Teile gehören —
vereinigt er in seiner Hand und leitet sie zu demselben
Vorgesetzten Zwecke. Den Bedarf vorauszusehen, Production
und Consumption in Einklang zu bringen, der
Arbeit und den Capitalien eines Landes den richtigen
Weg vorzuschreiben, das ist so recht eigentlich die Aufgabe
des Unternehmers.“*)
Dass diese Aufgabe erfüllt werden muss, leuchtet
ohne weiteres ein.
Aber wir haben gesehen, dass die Capitalisten mehr
und mehr nach dem Beispiele der Grossgrundbesitzer
diese Unternehmerfunction bezahlten Directoren übertragen.
Schon im Jahre 1836 hat Ure, der Pindar der englischen
Fabricanten, wie Marx ihn nannte, festgestellt,
dass nicht die Capitalisten, sondern ihre Managers
„die Seele unseres industriellen Systems“ sind. Und heute,
wo die Actiengesellschaft in den meisten Industriezweigen
solche Fortschritte gemacht hat, ist das noch weit mehr
der Fall.
Bei der Begründung jedes Vermögens, jeder Unternehmung
finden wir gewiss auch heute noch einen Wil-*)
Charles Gide: Principes d’économie politique (Paris,
Larose, 1896), pag. 377.