Full text : Die Entwickelung zum Socialismus

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richten,  begnügt  es  sich  damit,  die  Zeit  durch  einen  geschäftigen ­
  Müssiggang  totzuschlagen.“*)
Um  das  zu  beobachten,  braucht  man  übrigens  nicht
aufs  Land  hinaus  zu  gehen.  Man  schaue  sich  nur  um,
wenn  man  im  Hause  Reparatur-  oder  Verschönerungsarbeiten ­
  auszuführen  hat.  Mit  welcher  majestätischen  Ruhe
führt  der  Anstreicher  seinen  Pinsel,  mit  welcher  morbidezza
  pfeift  er  sein  Liedchen,  wenn  er  eine  Façade  malt;
dabei  kann  man  ganz  deutlich  sehen  —  und  zwar  mit  dem
geschärften  Auge  des  am  Geldbeutel  Gepackten,  wenn  es
sich  um  ein  eigenes  Haus  handelt  —,  wohin  der  Mangel
eines  persönlichen  oder  höheren  Interesses  die  für  die
Rechnung  eines  Unternehmers  Arbeitenden  führt.
Wer  aber  das  Gegenstück  zu  diesem  bekannten  Gemälde ­
  haben  will,  wer  sehen  will,  wie  gross  der  Arbeitseifer ­
  in  einer  Gesellschaft  sein  würde,  die  alle  ihre  Mitglieder ­
  moralisch  und  materiell  am  allgemeinen  Wohl
interessiert,  der  gehe  z.  B.  in  eine  der  socialistischen
Bäckereien  zu  Brüssel,  in  diese  luftigen  und  hellen,  mit
den  neuesten  Verbesserungen  ausgerüsteten  Brotfabriken,
die  eine  Art  Vorahnung  von  den  Werkstätten  der  Zukunft ­
  geben  können.  Dort  findet  man  freie  Männer,  ohne
andere  als  die  gegenseitige  Controle.  Sie  verdienen  fünf
Francs  am  Tage,  arbeiten  nur  acht  Stunden  am  Tage,
während  die  „weisseh  Bergleute“  der  kleinen  Bäckereien
zwölf,  dreizehn,  vierzehn  Stunden  in  dunkelen  Kellern
schuften  müssen.  Aber  während  der  acht  Stunden  arbeiten
die  socialistischen  Mannschaften  mit  höchster  Anspannung,
mit  heiligem  Eifer  und  verrichten  freudig  für  ihre  Brüder
und  sich  selbst  das  modernisierte  Wunder  der  Vervielfältigung ­
  der  Brote.
Ist  das  nicht  der  schlagende,  der  lebendige  Beweis
dafür,  dass  die  collectivistische  Ordnung  —  d.  h.  in  letzter

*)  Piret:  Traité  d’économie  rurale  (Brüssel,  1890)  II.,  pag.
187  und  189.
            
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