Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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potismus der privaten Unternehmer, angenommen einmal, 
die heutige Staatsform würde überhaupt bestehen bleiben. 
Setzen wir nun aber den Fall, dass collectivistische 
System breite sich aus, die autoritären Functionen des 
Staates gingen infolge der Vermischung der Classen auf 
ein Minimum zurück, in den decentralisierten und auto 
nomen öffentlichen Unternehmungen nehme jedermann 
an dem gemeinsamen Werke der Production teil: wie 
kann man da nun behaupten, die Freiheit der Produ 
centen würde vermindert, weil sie ihre eigenen Meister, 
ihre eigenen Unternehmer geworden wären ? ! 
Indessen, man bleibt dabei nicht stehen. Man malt 
uns die schreckliche Lage eines Arbeiters aus, der aus 
Gründen, die vielleicht das Licht des Tages zu scheüen 
hätten, aus den gesellschaftlichen Werkstätten vertrieben, 
mit dem grossen industriellen Bannflüche belegt und auf 
das Pflaster geworfen würde, ohne dass ihm möglich 
wäre, irgendwo Arbeit zu finden.*) Aber sieht man denn 
nicht, dass sich in der capitalistischen Wirtschaftsordnung 
dergleichen alle Tage ereignet ? Dagegen wäre ein solcher 
Bannfluch in einer Gesellschaft mit allgemeiner Arbeits 
pflicht, folglich und selbstverständlich auch mit dem all 
gemeinen Recht auf Arbeit, moralisch unmöglich. 
Geradeso wie es undenkbar wäre, dass in der heutigen 
Ordnung der Staat als Eisenbahnuntemehmer den Trans 
port irgend eines Reisenden ablehnt, gerade so absurd 
ist die Annahme, in einer socialistischen Gesellschaft werde 
man jemanden an der Arbeit hindern. Und wenn man 
uns sagt, der Ausschluss aus einer Werkstatt würde not 
wendigerweise den Ausschluss aus allen Werkstätten be 
deuten, so ist das gerade so als ob man sagen wollte, 
wenn heute eine Gemeinde kraft ihrer Autonomie irgend 
jemanden nicht als Lehrer anstellen will — z. B. aus Rück- 
*) Spencer: Von der Freiheit zur Knechtschaft (Pro 
bleme der Moral und Sociologie).
	        
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