Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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Im ersten Fall werden die Bauern durch Pächter 
ersetzt. 
Im zweiten Fall sind sie genötigt, andere Existenz 
mittel zu suchen, die anfangs einen Zuschuss zu ihren 
Einnahmen bilden, schliesslich aber die Hauptquellen ihres 
Einkommens abgeben.*) 
Die einen — und das ist notwendigerweise eine 
geringe Minderzahl — eröffnen einen Kleinhandel, werden 
Kaufleute, Schankwirte, Vieh-, Geflügel- oder Dünger 
händler. 
Die anderen — losgelöst von der mütterlichen Scholle 
•— überlassen ihren Frauen oder Familienmitgliedern die 
Bewirtschaftung ihrer Parcelle und gehen während der 
guten Jahreszeit ins Ausland, um dort bei der Getreide 
oder Zuckerrübenernte zu helfen, sich als Ziegler zu ver 
dingen und eine Reihe anderer Arbeiten zu übernehmen; 
im Herbst bringen sie dann einige hundert Franken mit 
heim, die ihnen über den Winter hinweghelfen. 
Wieder andere endlich behalten zwar ein Fleckchen 
Erde, lassen es aber in der Regel von einem benachbarten 
Pächter bearbeiten, statt es wie früher in Spatencultur zu 
nehmen, und werden selbst industrielle oder landwirt 
schaftliche Arbeiter. 
Gerade in Belgien gehen, dank der geringen Ent 
fernungen zwischen den Centren der Bevölkerung und 
dank der Einführung von Arbeiterzügen, deren Tarif 
zehnmal niedriger ist, als der der gewöhnlichen Eisen 
bahnfahrten, täglich mehr als einhunderttausend Land 
leute, unter denen sich viele Zwergbauern oder Söhne 
von Bauern befinden, mit der Eisenbahn in die Fabriken 
*) Nach der deutschen Berufs- und Gewerbezählung vom 
14. Juni 1895 sind von 100 landwirtschaftlichen Betrieben 40,35 
in Händen von Leuten, die in erster Linie ein nichtlandwirt 
schaftliches Gewerbe ausüben. Ueber die Details siehe : R a u c h- 
berg: Die Berufs- und Gewerbezählung im Deutschen Reiche 
(Brauns Archiv für sociale Gesetzgebung, 1900, pag. 166 ff.).
	        
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