Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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XVIII. Jahrhunderts Adam Smith über sie in einer be 
kannten Stelle seines Werkes genau dieselben Urteile, 
wie man sie heute über die Vergesellschaftung der Gross- 
industrieen zu hören bekommt. 
Er sagte: „Die einzigen Geschäfte, die, wie es scheint, 
eine Actiengesellschaft ohne ausschliessliches! Privileg mit 
Erfolg betreiben kann, sind diejenigen, deren Operationen, 
wie man zu sagen pflegt, auf Routine, d. h. auf eine solche 
Gleichförmigkeit zurückgeführt werden können, die wenig 
oder gar keine Veränderungen zulässt. Hierher gehören: 
I. das Bankgeschäft, 2. das Versicherungswesen gegen 
Feuer-, See- und Kapereigefahren; 3. der Bau und die 
Instandhaltung von Canälen und Durchstichen und 4. 
ähnliche Unternehmungen zur Wasserversorgung grosser 
Städte.“*) 
Bankgeschäfte, Versicherungswesen, Eröffnung von 
Schiffahrtsstrassen, Trinkwasseranlagen, das alles sind In 
dustrieen, die heute schon in den Bereich der Staats 
wirtschaft fallen oder doch demnächst fallen werden, wäh 
rend sich die Actiengesellschaften weit über die engen 
Grenzen ausdehnen, die ihnen Adam Smith gezogen. Es 
ist und bleibt wahr: eine Utopie von heute wird häufig 
zu einer Wirklichkeit von morgen. Deshalb ist es nicht 
ohne Nutzen, daran zu erinnern, dass die Gründe, die man 
heute gegen den Collectivismus ins Feld führt, genau die 
selben sind, mit denen man einstmals die Actiengesell 
schaften bekämpfte. 
Zu jener Zeit, als eine Anzahl von Actienbanken (joint 
stock banks) in England gegründet wurde, brachte ein 
Engländer, der selbst Banquier war, Lord Overstone, Zwei 
fel an ihrem Erfolg vor, die in ihrer Begründung eine 
frappante Aehnlichkeit mit den heutigen Einwendungen 
gegen Staatsbanken hatten: „Ich glaube,“ so sagte er, „dass 
*) Adam Smith: Natur und Ursachen des Volkswohl 
standes. V. Buch, Capitel 1.
	        
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