8 Antwortschreiben des Vereins. — Versammlung des Vereinsausschusses usw.
Euer Exzellenz
hochgeehrtes Schreiben vom 26. Januar d. Js. erwidernd, teilen
wir ergebenst mit, daß wir gern der gegebenen Anregung Folge
geben und die Frage, in welcher Weise die Pflege aller Zweige
der Versicherungs-Wissenschaft sowohl praktisch als auch theoretisch
weitergefördert werden kann, nach Vorberatung in unserem
Ausschuß auf die Tagesordnung unserer nächsten Mitgliederversammlung
setzen werden.
Mit vorzüglichster Hochachtung
ganz ergebenst
Deutscher Verein für Versicherungs-Wissenschaft.
Der Vorstand:
(gez.) Dr. Hahn, Vorsitzender.
An der für den 31. Mai 1904 ins Preußische Abgeordnetenhaus
zwecks Stellungnahme zu dem Schreiben des Herrn Staatssekretärs
einberufenen
Versammlung des Vereinsausschusses sowie der Abteilungsvorstände
nahmen unter dem Vorsitz des Herrn Generaldirektors Dr. Hahn
(Magdeburg) teil die Herren : Direktor Dr. Bischoff (Leipzig),
Professor Dr. Bleicher (Frankfurt a. M.), Professor Dr. v. Bortkiewicz
(Berlin), Oberbürgermeister a. D. Brüning (Göttin gen),
Professor Dr. Emminghaus (Gotha), Professor Dr. Florschütz (Gotha),
Justizrat Gerhard (Berlin), Generaldirektor Gerkrath (Berlin),
Revisor Dr. Goldschmidt (Gotha), Chefarzt Dr. Grosse (Leipzig),
Präsident Grüner (Berlin), Direktor Dr. Jost (Magdeburg), Geheimer
Ober-Regierungsrat v. KnebelDoeberitz (Berlin), Geheimer Regierungsrat
Professor Dr. Lexis (Göttingen), Direktor Loebinger (Berlin),
Generalsekretär Dr. Manes (Berlin), Dozent Dr. Moldenhauer (Köln),
Justiz rat Dr. Otto (Potsdam), Regierungsrat Dr. Pietsch (Berlin),
Professor Dr. Ruge (Berlin), Direktor Dr. Samwer (Gotha), Generalsekretär
Dr. Soetbeer (Berlin), Professor Dr. Unverricht (Magdeburg),
Generaldirektor Vatke (Magdeburg), Geheimer Sanitätsrat Dr. Vollborth
(Berlin), Sekretär Dr. Ziegler (Berlin).
Zu der Angelegenheit äußerten sich 16 Redner. Die von der
Reichsverwaltung ausgehende Anregung wurde allseits dankbarst
begrüßt und in mehrstündiger Debatte eine Einigung hinsichtlich
der wesentlichsten Punkte in der Versammlung erzielt. Es wurde
eine Kommission von 5 Mitgliedern eingesetzt und mit der Ausarbeitung
von Gutachten unter Berücksichtigung der in der Versammlung
geäußerten Ansichten beauftragt.
Diese Gutachten sollten die Grundlage für die Erörterung der
Frage bilden, welche Hauptgegenstand der allgemeinen Mitgliederversammlung
vom 3. Oktober war.
Vom Ergebnis der Versammlung wurde der Herr Staatssekretär
durch Schreiben vom 6. Juni 1904 in Kenntnis gesetzt.