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Natürlich werden wir nie einem früher liberalen Geschäftsmann den Zutritt
zum konservativen Verein verweigern, wenn er eingesehen hat, daß hier seine
Interessen als Teilinteressen des Wohles der Gesamtheit am besten wahrgenommen
werden, aber nicht um dieses Kommens willen bearbeiten wir die Konsumvereinsfrage,
sondern um der Erhaltung des Staates willen. Die Anstrengungen
hierbei sind oft so groß, daß nur ein wahrhaft großes und hohes
Ziel die Kraft zu ihrer Bewältigung geben kann, zumal wenn man noch seine
volle Berufsarbeit zu erfüllen hat.
Nun wird wohl aber auch der weltferne Sinn des Herrn Staudinger
begreifen, daß einzelne Menschen, und wären sie noch so eifrig, allein in dieser
schwierigen Sache gegen den Egoismus der Konsumvereinler nichts ausrichten
können, sie müssen sich fest an vorhandene, dieselben Ziele verfolgende größere
Gruppen von Personen anlehnen. Da bietet uns überall im deutschen Vaterland
vor allen Dingen die deutsch-konservative Partei freudige Hilfe. Auch die Mitglieder
des Zentrums, der deutsch-sozialen Reformpartei und des Bundes der
Landwirte sind zuverlässige Bundesgenossen. Wir denken nicht daran, die großen
Verdienste, welche alle diese Parteien um den gewerblichen Mittelstand haben, in
irgend einer Beziehung verdunkeln zu wollen. Also auch nach dieser Richtung hin
kann von einem Fischzug nicht gesprochen werden. Weshalb aber spricht Herr
Staudinger doch davon?
§18.
Die Parteistellung Weil er für seine linken und linksten Parteifreunde ein böses Gewissen hat.
Staudillger. Denn um diese ist es mit dem Schutz für den gewerblichen Mittelstand sehr
Jfüu und übel bestellt. Am übelsten aber sind die Personen, welche sich, wie Herr
Staudinger, zu keiner Partei rechnen, sondern als steifbeinige Einspänner in
hochmütiger Verblendung sich selbst genügen und mit einem Wust von Worten
so tun, als ob ihr Verhalten der Ausfluß höchster Weisheit sei. Solche Leute
sind sehr gefährlich, weil sich in den tausend Falten und Fältchen ihres Mischmasches
mit Vorliebe die unlautersten Elemente verbergen und von hier aus den
größten Schaden anrichten.
Herr Staudinger orakelt über seine politische Stellung folgendermaßen:
„Ich für meinen Teil gehöre keiner Partei im engeren Wortsinne an, sondern
vertrete nur den weiteren Parteibegriff, daß jede Maßregel und jede Handlung
darauf anzusehen sei, ob sie erstlich die verfassungsmäßig zu Recht bestehende
Freiheit von Tributen und Fronden einzelner an einzelne, zweitens
aber die ebenfalls verfassungsrechtliche Gleichheit vor dem Gesetz zu fördern und
durchzuführen geeignet ist. Da ich nun zu sehen glaube, daß diese verfassungsrechtlichen
Grundsätze fortwährend durch unsere kapitalistische Entwickelung bedroht
und untergraben werden, so bin ich Freund des Genossenschaftsgedankens ge-