64
Lob der Warenhäuser.
Das ist die Gefahr der Konsumvereine als Boykottanstalten! Nur der freie
Handel kann dagegen schützen!
Wer das nicht einsieht, daß sozialdemokratisch Trumpf ist in den Konsum-Vereinen,
dem ist nicht zu helfen. Er ist entweder von Natur blind, oder er
will nicht sehen, und diese letzte Blindheit ist die unheilbarste.
Wenn die Bezeichnung „blinder Hesse" nicht ein Lob wäre, würde ich sie
auf Herrn Staudinger anwenden, der so weit geht, daß er droht, jeden zu verklagen,
der die Konsumvereine als sozialdemokratische Anstalten bezeichnet. Aber
loben kann ich beim besten Willen seine Tätigkeit nicht, welche er durch seine
Loblieder auf die Konsumvereine leistet, auch nicht- wenn er sich bei seinem
Urteil über den Anschluß der hessischen Beamten an die Konsumvereine im
Einklang mit seiner Regierung weiß. Wenn die Haltung der hessischen Regierung
wirklich den Konsumvereinen so günstig ist, wie er sagt, so hängt das
vielleicht mit der Hoffähigkeit der Sozialdemokratie im Hessenlande zusammen.
In den meisten größeren Bundesstaaten ist man noch nicht so weit vorgeschritten
Dort kennt man die sozialdemokratische Gefahr und ist nicht geneigt, den gewerblichen
Mittelstand dem sozialdemokratischen Meuchelmord durch die in den
Konsumvereinen etablierte sozialdemokratische Herrschaft auszuliefern.
III. Abschnitt.
Schutzwaffen gegen die Warenhäuser.
§ 40.
Wie Staudinger in Darmstadt als schönste Blüten am Baume der wirtschaftlichen
Entwickelung unseres Volkes die Konsunwereine ansieht, so erkennt
ein Herr Dr. Wernicke aus Berlin den höchsten Preis für die vorzüglichsten
Leistungen in der modernen Volkswirtschaft den Warenhäusern zu, und man
kann nicht leugnen, daß er sich bemüht hat, zum Lobe seiner Schützlinge alles
zusammenzustellen, was wohl je in dieser Richtung gesagt und geschrieben worden
ist. Die Warenhausinhaber müssen, wenn sie nur einen Schimmer von Dankbarkeitsregungen
in ihrem Herzen zu spüren fähig sind, vor Wonne übergeflossen
sein, als sie hier schwarz auf weiß gelesen haben, welche Wohltäter in ihnen
dem deutschen Volke erstanden sind.
Das nennt man doch noch Verständnis für sein stilles Wirken am Webstuhl
der Zeit! Und wenn nun den Mittelstandsrettern nicht der Mund gestopft
ist, so ist überhaupt zu bezweifeln, daß das auf literarischem Wege möglich sein