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sondern durch den logischen Gedankengong: Weil die vorhandenen Geschäfte durch
ungelernte Konkurrenz zu leiden haben, darf das Übel nicht noch durch eine
potenzierte unlautere Konkurrenz zum plötzlichen Ruin so vieler wirtschaftlicher
Existenzen gesteigert werden.
§46.
c So denkt z. B. die Braunschweigische Regierung. Auch der Preußische
- Landtag ist in seiner Majorität von dieser Stinunung beseelt. Hoffentlich erfreut
die Preußische Regierung den gewerblichen Mittelstand gleichfalls mit einer der
Landtagsstimnlung kongenialen Auffassung der Warenhausfrage!
Die Braunschweigische Regierung ist den Warenhausfreunden natürlich ein
Typus des schrecklichsten Rückschrittes. Nur eine Stelle in der allgemeinen Begründung
des Braunschweigischen Gesetzentwurfes hat Gnade gesunden vor den
Argusaugen der Wächter an den Pforten der Warenhäuser. Es ist der Satz:
„Vielleicht tvar es die Aufgabe der Warenhäuser, der Konsumvereine usw., dein
Kleinhandel diese Erkenntnis zur vollen Überzeugung zu bringen, ihn zu zwingen,
weil er es nicht aus eigner Erkenntnis vermochte, daß er durch Fortentwicklung
seiner inneren Struktur sich den gesteigerten Anforderungen, die an den modernen
Handelsbetrieb gestellt werden, anpassen muß."
Diese vorsichtig ausgesprochene Vermutung Liber die Stellung der dem
gewerblichen Mittelstand schädlichen Betriebe in der höheren Weltordnung saßt
Herr Wernicke als ein unbändiges Lob der Warenhäuser auf und beeilt sich sofort
aus dem Eigenen hinzuzufügen, was die treffliche Fassung der Regierungsbegründnng
auch nicht andeutet, eine behördliche Bescheinigung für die Rührigkeit, die
Tatkraft, die Wohltat der festen Preise usw.
Ich würde nicht gewissenhaft handeln, wenn ich nicht auch diese eine Illusion
der Warenhäusler über das gesetzgeberische Erzeugnis aus den Braunschweigischen
Landen zerstörte. Es könnten sonst gelegentlich einmal weitgehende Folgerungen
aus dieser durchgelassenen Selbsttäuschung gezogen werden.
Der Verfasser der Begründung ist offenbar ein sehr streng logischer Kopf,
der die ganze Frage aus beni ss kennt. Er ist von der Überzeugung durchdrungen,
daß die Warenhäuser, Konsumvereine usw. wirtschaftliche Übel sind. Aber er
räumt in der sittlichen Weltvrdnung auch Übeln eine manchen Fortschritt bedingende
Stellung ein. So war die Cholera in Hamburg 1892 die akute Veranlassung
zur besseren Herrichtung der Wasserleitung, an deren schlechtem Wasser
sonst chronisch und unauffällig viel mehr Menschen gestvrben wären, als während
der Epidemie dem Tode verfallen sind. Und wie oft ist nicht ein großer Brand
die Ursache für das schönere Erstehen einer Stadt gewesen! In diesem Sinn
hat der scharfsinnige und auf hoher geistiger Warte stehende Braunschweigische
Referent offenbar die Warenhäuser und Konsumvereine charakterisieren wollen,