88
gerade in den wirtschaftlichen Maßnahmen der einzelnen äußert, diese Gerechtigkeit
gehört vor allen Dingen zur Grundlage eines jeden Staates; denn sie ist die
Voraussetzung jedes menschlichen Zusammenlebens, sie ist die Seele des
sozialen Seins. Auch von ihr gilt das hehre Wort: Was hülfe es einem
Volke, wenn es mit Großindustrie und Großhandel die ganze Welt gewönne und
nähme doch Schaden an der Grundbedingung seines Daseins, welche in einem
tvohlwollenden gegenseitigen Verkehr der einzelnen Volksgenossen untereinander
besteht und seit alters in der Losung zusammengefaßt worden ist: Leben und leben
lassen!
§53.
X WarcnhÄs! Gegen diese Losung verstoßen die Warenhäuser in der unbeschränkten Gesind
Werbefreiheit auf das gröblichste. Wie ein fremder Zug geht es in ihnen durch
das Geschäftsleben, und da darf es auch nicht unausgesprochen bleiben, daß die
Träger des Warenhausprinzips fast ausschließlich jüdischer Abstammung sind.
Das ist eine Notwahr>heit. Sie nicht auszusprechen käme einer Verschleierung
des Tatbestandes gleich, deren sich Herr Dr. Wernicke auch schuldig
gemacht hat. Er wird ja wissen, weshalb er über diesen heiklen Punkt den
Schleier eisigen Schweigens gedeckt hat. Und doch ist es wohl mehr als ein
. Zufall, daß auch Shakespeare zum Vertreter des den Kaufmann bedrückenden hartherzigen
Standesgenossen einen Juden gewählt hat. So etwas sollten sich die
Warenhausgründer gesagt fein lassen. Ich weiß natürlich, daß sie und ihre
Schntztruppensöldlinge über mich wegen dieser Bemerkung als bösen Antisemiten
Zetermordio schreien werden. Mögen sie schreien! Sie haben den Anlaß zu
dem Hinweis gegeben. Die Warenhausfrage besprechen und den Umstand nicht
betonen, daß die Juden die Hauptträger der Warenhansidee sind, wäre dieselbe
Torheit, als wenn jemand über die Cholera einen Vortrag halten und vom
Kommabazillus nichts sagen wollte. Darauf kann ich mich nicht einlassen, und
so konstatiere ich die Tatsache, daß die Verwüstung im deutschen gewerblichen
Mittelstand, soweit sie von den Warenhäusern verursacht wird, hauptsächlich
durch unsere Mitbürger mosaischen Glaubens oder mosaischer Abstammung hervorgerufen
ist. Das gesamte Judentum hat daher alle Veranlassung, seinen
weitgehenden Einfluß dahin geltend zu machen, daß die ihnen angehörigen Handeltreibenden
von den Bedrängungen des deutschen Volkes durch Warenhäuser
prinzipiellen Abstand nehmen. Auf die Dauer läßt sich keine Majorität von einer
verschwindenden Minorität knechten. Keine Spitzfindigkeiten helfen da herum.
§ 54.
Vom Kampfplatz Wenn nun Herr Dr. Wernicke sagt, daß die Warenhausstener in Frankreich
öe0en fteuer. ° und England nichts geholfen, sondern das Übel nur beschleunigt hat, nun so muß