Full text: Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

XXV 1. 
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nicht wissen konnte, ob sie nicht bei einem späteren Friedens- 
schlufs wiederum abgetreten werden mufsten und dann den 
britischen Handel in dieselbe Verlegenheit brächten wie 1802. 
Die Erlebnisse der letzten Jahre hatten die Schädlichkeit des 
Sklavenhandels in die fremden Gebiete zu eindringlich ge 
predigt. Die neuesten Eroberungen brachten den Plan, ihn 
zu verbieten, zur Reife. Dieselbe Torheit wollte England 
nicht zum zweiten Male begehen. Man war sich zu wohl 
bewufst, dafs die Überfüllung des englischen Zuckermarktes 
zum erheblichen Teil durch die Importe aus den er 
oberten Kolonien, welche ihrerseits wieder dem Sklavenhandel 
zugeschrieben werden mufsten, verschuldet war (z. B. Mr. 
Mitchell, Rep. 1807, S. 10). Das Verbot des in die ausländischen 
Kolonien geführten Sklavenhandels war somit mindestens 
ebensosehr ein Akt der Klugheit wie der Menschlichkeit. 
Folgende Äufserungen können das bezeugen. „Die Sklaven 
importe wurden“ — so begründete der Attorney-General am 
7. Juni 1804 seinen Abolitionsantrag im Unterhause — „haupt 
sächlich dazu verwendet, die neuen Kolonien zu kultivieren 
und den alten Konkurrenz zu machen.“ „Gegenwärtig,“ so 
führte er am 31. März 1806 aus, „werden selbst im Kriege 
unsere Feinde durch englisches Kapital und englische Unter 
tanen mit Sklaven versorgt, wenn auch auf indirektem Wege 
über die neutralen dänischen Häfen St. Thomas und St. Croix. 
Daselbst sind grofse Sklavenmärkte, von wo aus Kuba, Do 
mingo, Martinique, Guadeloupe sowie das spanische und 
holländische Festland ihre Arbeitskräfte beziehen. It was 
evidently“ — so fährt er fort, „against the policy of 
this country, that great importations of slaves 
should take place in settlements which perhaps 
might be restored at the conclusion of peace. It 
would appear contrary to sound policy, that we 
should afford them the means ot rivalling our 
colonies, and of attaining a hihg degree of com 
mercial prosperity.“ Denselben Inhalt haben die Worte 
Lord Grenvilles im Oberhause am 16. Mai 1806: „Durch den 
Sklavenhandel erleichtern wir nur den feindlichen Kolonien 
die Konkurrenz“ — oder des Earl of Buckinghamshire (eben 
dort): „Das Interesse unserer westindischen Kolonien wird 
durch die Abolition nur gefördert.“ — 
Dritter Teil. 
Die Abschaffung des dänischen Sklavenhandels. 
Wesentlich erleichtert wurde der britischen Regierung ihr 
Abolitionsbeschlufs durch das Auf hören des dänischen Sklaven 
handels am 1. Januar 1803. Der englischen Abolition wurde 
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