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»Staaten und die 1808 mit Portugal gepflogenen bezeugen.
Die im Frühjahr 1800 eingeleiteten Friedensverhandlungen,
nach deren günstigem Abschlufs man in England allgemein
die Wiederaufnahme des vernichteten französischen, hollän
dischen und spanischen Negerhandels befürchtete (Brougham
II, S. 112, auch Mr. Brooke, H. o. G., 28. Februar 1805), haben
sicherlich einen Druck nach dieser Richtung hin ausgeübt.
Schliefslich, wenn für Trinidad und Guyana durch Verhinderung
der Negereinfuhr jede Entwicklungsmöglichkeit unterbunden
werden sollte, was hatte es dann überhaupt für einen Zweck,
diese Territorien zu erobern und um ihren Besitz Kriege zu
führen? „Warum erobern wir eigentlich neue Inseln, wenn wir
doch die Sklaveneinfuhr verbieten?“ fragte Mr. Dent (H. o,
G., 13. Juni 1804) durchaus mit Recht.
Die Regierung zog daher zwischen den sich widerstreitenden
Interessen nur die mittlere Linie, indem sie tabula rasa machte
und den eigenen Sklavenhandel gänzlich verbot. Auf diese
Weise behielten die Pflanzer älteren Datums immer noch
einen erheblichen wirtschaftlichen Vorsprung vor den jüngeren ;
denn ihre Plantagen waren mit Negern voll besetzt, letztere
nicht. Die Konkurrenz wurde dadurch den neueren Kolonien
unendlich erschwert, ja unmöglich gemacht.
Dafs Erwägungen der eben beschriebenen Art tatsächlich
eine Rolle gespielt haben, beweisen die im Parlament geführten
Reden, von denen an dieser Stelle nur folgende Äufserung
des durch seine wirtschaftskritischen Betrachtungen bekannten
Lord Sheffield (H. o. L., 16. Mai 1806) wiedergegeben sei:
„This measure, however, seems a curious mixture of sentimen
tality in respect to the trade in slaves, and of a job in
favour of our old West India settlements for the
ruin of our new acquisitions in those parts.“ —
Zweiter Teil.
Die Rassengegensätze zwischen Weifseil und Schwarzen.
Sofortige Einstellung der Sklavenzufuhren geboten mit nicht
zu übersehender Eindringlichkeit auch die bis zur Siedehitze
überspannten Rassengegensätze. Bis 1789 war, wie früher er
wähnt , die Gefahr von dieser Seite nicht drohend gewesen.
Seit den entsetzlichen Negererhebungen aut Domingo und
Guadeloupe jedoch drängten sie stärker als irgend ein anderes
Moment zur unbedingten Abolition. Die Zustände waren
geradezu lebensgefährlich für die Pflanzer geworden. Lberall
gärte es in jener politisch so sturm bewegten Zeit unter der
schwarzen Bevölkerung. „Die Frage der Abolition kann
schon nicht einmal mehr erörtert werden, ohne dafs wir be
fürchten müssen, sie würde von den Negern mifsverstanden