Einleitung.
Ziel und Rechtfertigung
der nationalökonomischen Untersuchung.
Die Abschaffung des britischen Sklavenhandels ist merkwürdigerweise,
soviel darüber geschrieben worden ist, bisher
noch nicht vom wirtschaftspolitischen Standpunkte aus betrachtet
worden. Die vorhandenen Untersuchungen gehen
mehr von kultur- oder allgemein geschichtlichen, aber nicht
von ökonomisch-materiellen Gesichtspunkten aus. Mit besonderer
Vorliebe ist die moralisch - ethische Seite dieser Angelegenheit
gepflegt und oft in einseitiger Übertreibung als
der einzige in Betracht kommende Faktor hingestellt worden.
Eine Erklärung hierfür liegt vielleicht in der Zeitanschauung,
aus der heraus die meisten Schriftsteller die Abolition beurteilt
haben ; denn die Mehrzahl der Untersuchungen stammt
aus der liberalen, zu ideologischen Übertreibungen neigenden
und praktischen Erklärungen abholden Mitte des 19. Jahrhunderts.
Sie sind zumeist in Anlehnung an die damals alle
Gemüter beschäftigende nordamerikanische Sklavenemanzipationsfrage
geschrieben worden, als der Liberalismus es zu
erleben vermeinte, dafs die gutherzigen Farmer des Nordens
aus reiner Menschenliebe ihr Leben für die Freiheit ihrer
schwarzen Brüder in die Schanze schlugen. Was Wunders,
wenn man in dieser Zeit den Einflufs der philantropischen
Ideen überschätzte! Wie oft verwies man damals auf Englands
edles Beispiel, das sich 1807 ohne Aufhebens, ganz im
Stillen vom Menschenhandel zurückgezogen habe, das kein
Opfer gescheut hatte, um das Los seiner unglücklichen Kolonialsklaven
zu verbessern, und das im Jahre 1832 wiederum
28 Mill. £ für ihre Freiheit hin gegeben hatte ! Der extreme
Liberalismus kannte kaum eine erhabenere, uneigennützigere
Tat als die britische Abolition und Emanzipation. Jede andere
Beurteilung dieser Vorgänge, etwa vom politischen oder gar
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