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Soldaten zu halten, die Gerichtsbarkeit in Handels- und Schilffahr
ts- und Zivilsachen auszuüben und unterstand der Aufsicht
der „Commissioners for Trade and Plantation“.
In dieser Form des Freihandels nahm der englische Sklavenhandel
seit 1750 einen gewaltigen Aufschwung. Seitens der
Londoner Regierung wurde ihm jede nur denkbare Förderung
zuteil. Sie zahlte von 1750—1788 der neuen Gesellschaft jährliche
Unterstützungen von 13—14000 & (Report 1789, I).
Dais der Sklavenhandel das ganze Leben der Kolonien bedeutete,
war seit 1700 unbestrittener Grundsatz der englischen
Kolonialpolitik geworden (Burghardt, S. 4). Die Kolonisten
selbst erklärten ihn als die Stärke und Seele der westlichen
Welt. Die Gouverneure wurden angewiesen, den Händlern
jede Erleichterung zu gewähren. 1747 wurde auf Jamaika
bei Vergebung von Land das Halten einer bestimmten Anzahl
von Sklaven zur Bedingung gemacht. Importzölle auf Neger,
welche die kolonialen Gesetzgebungen als bequeme Einnahmequellen
bevorzugten, wurden vom Mutterlande höchst ungern
gesehen. Als 1760, 1765 und noch 1774 die Assembly von
Jamaika den Versuch machte, aus Gründen der Sicherheit die
übergrofse Sklaveneinfuhr zu beschränken, hinderte sie die
englische Regierung auf eine Petition der englischen Händler
daran, „weil der Sklavenhandel dem Wohlstände der Nation
zugute komme“! 1784 war es das letzte Mal, dafs die britische
Regierung für ihn eintrat. Die Quäker hatten im Unterhause
einen Antrag auf Abolition eingebracht, der abgewiesen
wurde mit der Erklärung: Der Sklavenhandel sei notwendig
für jede europäische Nation! (Parliam. Debates 1783, II. o. G.).
Über seinen Umfang mögen folgende Bemerkungen genügen.
Br. Edwards veranschlagt den Gesamtimport durch
englische Schiffe nach Amerika von 1680 — 1786 auf etwa
2130000 Neger, d. h. auf durchschnittlich jährlich über
20000 Stück. Die meisten anderen Autoren berechnen viel
lnbhr. Zur Zeit des spanischen Erbfolgekrieges brauchten die
britischen Inseln mehr Sklaven (26000 Stück), als England
importieren konnte. Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts überflügelte
es, dank seiner klugen Kolonialpolitik auf diesem Gebiete
seine sämtlichen europäischen Rivalen. Die Jahre unmittelbar
vor der nordamerikanischen Revolution werden allgemein
als die glücklichste Periode für den Sklavenhandal bezeichnet.
1771 segelten 50—60000 Sklaven in 192 britischen
Schiffen über den Ozean. Seitdem ging es rasch abwärts.
Die Streitigkeiten mit den Kolonien, die Kriege mit Frankreich,
Holland und Spanien, wirkten fast vernichtend. 1779
waren von der ehemaligen Afrikaflotte nur noch 28 Schiffe
übrig; man hätte annehmen müssen, das Ende des Sklavenhandels
wäre gekommen. Doch erholte er sich bald. Im
Friedensjahre 1783 waren schon wieder 130 Schiffe an ihm be-