Object: Grundzüge der Theorie der Statistik

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dafür, daß die Reihe der Wahrscheinlichkeiten, S,, nach dem Bi- 
nomialgesetz berechnet, nicht eine ständig abnehmende oder ständig 
wachsende Reihe bildet. Da es sich in dieser Verbindung um solche 
Fälle handelt, in denen p und q nicht nahe an !/ liegen, es im 
übrigen aber gleichgülti gist, ob p oder ob q nahe bei 0 liegt, können 
wir uns auf eine Betrachtung des Falles beschränken, wo p nahe bei 
0 (q nahe bei 1) liegt. Die oben angeführte Bedingung wird dann 
jedenfalls immer erfüllt sein, wenn 
pn > 1 
und daher auch, wenn 
npq > 1 ist. 
Wenn also der mittlere Fehler in einer binomialen Verteilung 
größer als 1 ist, wird die Reihe der (n + 1) Wahrscheinlichkeiten 
nie beständig abnehmen können. Selbst wenn dies keineswegs be- 
sagt, daß das Binomial- durch das Exponentialgesetz ersetzt werden 
kann, so liegt doch hierin schon ein Fingerzeig, der, wenn sich der 
mittlere Fehler 1 nähert, zur Vorsicht mahnt. Hinsichtlich der Be- 
lehrung darüber, wie sehr man sich in dieser Beziehung einem mitt- 
leren Fehler von 1 zu nähern wagt, kann auf die im Vorhergehenden 
durchgerechneten Beispiele verwiesen werden; die mittleren F ehler, 
mit denen man es hier zu tun hatte, waren von der Größe von ca. 
2,2 an aufwärts; im allgemeinen kann man rechnen, daß die in den 
betrachteten Beispielen bewiesene Übereinstimmung jedenfalls vor- 
liegt, wenn die „mittlere Zahl“ np und der mittlere Fehler Yapq 
nicht unter jeweils etwa 10 und ca. 3 hinuntergehen. 
118. In manchen Fällen ist die Wahrscheinlichkeit p gerade 
sehr klein, z. B. wenn von Sterblichkeit, Kriminalität und ähnl. die 
Rede ist. In solchen Fällen wird der mittlere Fehler, Ynpg, nur 
wenig kleiner sein als die Quadratwurzel der „erwarteten“ Anzahl, d.h. 
Ynp, weil q dann fast = 1 ist. Wenn beispielsweise die Sterblich- 
keit in einem Jahre !/,„ beträgt und 10000 Menschen beobachtet 
werden, dann ist Ynpq = 30, aber Yap = V1000 = 31,6; einerlei, 
ob man mit der einen oder der andern dieser Zahlen als Maßstab 
für die Größe der Abweichungen rechnet, stets wird man finden,
	        
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