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Maschine in Kleinbetriebe eingeführt und ihnen dadurch Lebens
fähigkeit verliehen werden könne.
Selbstverständlich kann man die kolossale Bedeutung der
Technik für die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft
nicht leugnen. Der technische Fortschritt ist wohl das Haupt-,
aber nicht das einzige Moment der Entwicklung der Pro
duktivkräfte. Wir haben schon darauf hingewiesen, daß die
Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit nicht bloß eine
Folge des technischen Fortschrittes wie der Vervollkommnung
der Werkzeuge und anderer Produktionsmittel ist, sondern auch
Resultat verschiedener anderer Momente, wie beispielsweise der
Erhöhung der Arbeitsfähigkeit des Arbeiters, der Verlängerung der
effektiven Arbeitszeit usw. Gewiß wird die Entwicklung der
Produktivkräfte der Bevölkerung irgend eines Gebietes durch die
Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit bedingt, dies setzt
aber keineswegs einen technischen Fortschritt notwendig
voraus.
Wie wir noch sehen werden, bedeutete der Übergang vom
Handwerk zur Arbeit für einen ausgedehnten Markt (Kustari-
betriebe) einen gewaltigen Schritt vorwärts in der Entwicklung
der Produktivkräfte, obgleich die Technik der Produktion un
verändert blieb. Die Produktivkräfte stiegen hier dank der er
höhten Anzahl der Handwerker, die zur Ausdehnung der Pro
duktion und des Marktes führte.
Schon Karl Bücher machte darauf aufmerksam, daß der
Untergang des Handwerks nicht allein der technischen Entwick
lung zuzuschreiben sei. Da aber Bücher selbst sich die Ent
wicklung der Produktivkräfte der Bevölkerung nur in der Form
des Fortschrittes der Produktionstechnik vorstellen kann, so
sucht er die Ursachen des Niederganges des Handwerks nicht in
den Produktionsverhältnissen, sondern in der Bedarfsgestaltung,
also in den Absatzbedingungen. Dem gegenüber sah Marx die
Ursachen der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes nicht
allein im technischen Fortschritt, sondern in der Entwicklung
seiner Produktionskräfte. Die Entstehung der kapitalistischen
Produktion in der Form der Hausindustrie für den Zwischen-