Full text : Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

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XXV  1.

der  Hand  des  Reports  von  1789  (III)  und  des  Reports  der
Jamaica  Assembly  (Nr.  48,  III)  nachgewiesen.  Die  Geburtsziffer ­
  stand  1791  auf  den  meisten  englischen  Zuckerinseln  mit
der  Sterbeziffer  ziemlich  gleich  ;  es  war  die  Hoffnung  begründet, ­
  dafs  sie  letztere  in  allernächster  Zukunft  übertreffen
würde.  „Auf  Jamaika,“  führt  Wilberforce  (H.  o.  C.,  18.  April
1791)  aus,  welches  in  dieser  Beziehung  für  Westindien  als
typisch  anzusehen  ist,  „hat  sich  seit  1G98  der  Überschufs  der
Todesfälle  über  die  Geburten  tatsächlich  verringert  und  betrifft ­
  jetzt  nur  noch  die  importierten  Sklaven.  1698  betrug
er  3  1  2  °/o,  von  1730—1755  nur  2  x /2  °/o,  von  1755—1768  nur
1  V2  °/o,  und  von  1768  —  1788  nur  noch  1  °/o.  (Ebenso  bei
Southey  III,  S.  21).  Der  letztere  Prozentsatz  ist  aus  besonderen ­
  Umständen  noch  zu  hoch  gegriffen,  da  aufsergewöhnliche
  Unglücksfälle  —  Orkane,  Hungersnöte,  der  nordamerikanische ­
  Krieg  usw.  —  die  Verluste  ungewöhnlich  gesteigert
haben.  Die  Assembly  of  Jamaica  hat  selbst  erklärt:  That
when  once  the  sexes  shall  become  equal  in  point  of  number,
there  was  no  reason  to  suppose  that  the  increase  of  the  negroes
will  fall  short  of  the  natural  increase  of  the  labouring  poor
in  Great  Britain.“  „In  Nordamerika  vermehrten  sich  die  Neger
doch  ebenfalls,  obwohl  die  dortigen  Winter  ihnen  weniger  zuträglich ­
  sind  als  in  Westindien!“  —  In  derselben  Debatte  befafste
  sich  auch  Pitt  mit  dieser  Hauptfrage  in  einer  Rede,  von
welcher  Bandinell  (S.  117)  sagt:  „A  speech,  supported  by  calculations, ­
  founded  on  facts  and  conclusions,  drawn  from  promises ­
  as  correctly  as  if  they  had  been  mathematical  propositions ­
  etc.“  „Aus  der  Abolition  kann  kein  dauernder  Nachteil ­
  für  die  Inseln  entstehen.  Augenblicklich  stehen  die
Sterbe-  und  Geburtsziffer  nahezu  gleich.  Letztere  ist  wahrscheinlich ­
  jetzt  schon  höher,  wenn  man  von  den  enormen
Verlusten  unter  den  frisch  Importierten  innerhalb  der  ersten
zwei  Jahre  nach  ihrer  Ankunft  in  Amerika  absieht.  Die  Hälfte
aller  Todesfälle  in  Westindien  betrifft  solche  Neger,  welche
an  den  während  der  middle  passage  an  Bord  zugezogenen
Krankheiten,  infolge  des  Klimawechsels  und  der  Änderung
ihrer  Lebensweise,  oder  aus  Kummer  und  Heimweh  gestorben
sind.  Die  Sterblichkeitsverhältnisse  unter  den  in  Westindien
geborenen  Sklaven  und  den  bereits  akklimatisierten,  den  sog.
„seasoned  negroes“,  sind  ganz  normale.  Dafs  die  Pflanzer  die
Zufuhren  für  unentbehrlich  halten,  liegt  an  der  grofsen  Sterblichkeit ­
  der  frisch  Importierten  während  der  Akklimatisierungsperiode, ­
  wodurch  der  Anschein  erweckt  wird,  als  überstiege
die  Zahl  der  Todesfälle  die  der  Geburten.  Letzteres  trifft
nur  für  die  neuangekommenen  Neger  zu.  Hört  der  Sklavenhandel ­
  auf,  so  verschwindet  auch  der  scheinbare  Überschufs
der  Gestorbenen.  Dann  würde  auch  das  MifsVerhältnis  zwischen
der  Zahl  der  männlichen  und  weiblichen  Sklaven  aufhören,
            
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