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meist in keinem Verhältnis zu den Verkaufspreisen an der
Küste (Sell, S. 105). Weiter wurde der Gewinn geschmälert
durch die sich immer mehr einbürgernden Geschenke und
Zugaben, die den Negerhäuptlingen und Vornehmen für
die blofse Erlaubnis, handeln zu dürfen, gespendet werden
mufsten.
Vergleicht man die mittleren Einkaufspreise mit den Verkaufspreisen
in Amerika, so erscheint der Unterschied auf den
ersten Blick beträchtlich — nämlich 18 gegen 35 & (Report
1789, IV, Tabelle 25). Bei näherer Betrachtung mäfsigt sich
der Unterschied ganz erheblich. Man mufs die furchtbaren Verluste
auf der „middle passage“ (10—12 °/o) bedenken, ferner
die Unkosten für den Transport, für den mehrwöchigen Unterhalt,
für die ärztliche Behandlung, für Zinsen, Spesen, Versicherungen
und endlich für die stellenweise unerschwinglichen
Importzölle auf Sklaven. Berücksichtigt man aufserdem noch
die Überfüllung der Sklavenmärkte und den langsamen Absatz
in Westindien, so wird man Hawkesburys Bericht im
Report 1789, I, beipflichten: „It is a matter of much doubt
whether the excess of the gains after deducting the losses
incurred in the trade have exceeded the advantages to be
derived by other commerce.“ —
Früher und wohl ausnahmsweise noch in den 1780er
Jahren machte manches Schiff bei günstigen Konjunkturen
wohl noch 50—00 °/o Gewinn (Sell, S. 138 ff.). Gewöhnlich
aber verdarben die grofse Konkurrenz an der Küste und die
Überhäufung der Märkte in Westindien das Geschäft. Seil
gibt hierfür auf Seite 140/41 ein Beispiel, das sich heute in
seinen Einzelheiten nicht mehr nachprüfen läfst und darum
hier ohne Gewähr wiedergegeben sein mag: „9°/o betrüge der
Gewinn am Sklavenhandel, während sonst im amerikanischen
Handel leicht 12 °/o und mehr verdient würde. Schliefslich beruhe
der Gewinn,“ meint Seil, „nur noch auf der Rückfracht
der Sklavenschiffe, wo sie mit Zucker und anderen Kolonialwaren
beladen waren“ (S. 141). Clarkson bezeichnet ebenfalls
den Sklavenhandel als „a loosing trade“. Er vergleicht
ihn mit einer Lotterie (Impolicy, S. 30), worin einzelne manchmal
Vorteile erhaschten, wo aber im ganzen mehr Nieten als
Gewinne gezogen würden. Seine Argumente für die „impolicy“
des Negerhandels beruhen auf denselben Gründen wie bei
Seil : Die Konkurrenz an der Küste sei zu grofs, ebenso die
Sterblichkeit auf der Überfahrt; die westindischen Märkte
seien überfüllt, der Geschäftsumsatz dauerte zu lange. Darum
hätte bereits die African Company zweimal Bankerott gemacht
und 1772—1778 auch die Liverpooler Sklavenhändler mit
710000 £ falliert (S. 29). Nur während des nordamerikanischen
Unabhängigkeitskrieges, als der Preis für einen Sklaven
an der Küste nur 7 £ und in Westindien 45 betrug, hätte